Deichöffnung in Sachsen-Anhalt verbindet riesiges Auwaldgebiet wieder mit Elbe

Mit einem neuen Deich an der Elbe werden in Sachsen-Anhalt weitere Überflutungsgebiete zum Hochwasserschutz gewonnen. Mit der symbolischen Öffnung des alten Elbdeichs bei Aken geht die größte Deichrückverlegung Deutschlands zu Ende

Mehr Platz für die Elbe: Mit der symbolischen Öffnung eines alten Deichs hat am Freitag im Lödderitzer Forst bei Dessau in Sachsen-Anhalt ein gigantisches Renaturierungsprojekt einen entscheidenden Schritt gemacht. Zusätzliche rund 600 Hektar Auwald würden dadurch wieder an das natürliche Flutgeschehen der Elbe angeschlossen und stünden bei Hochwasser als entlastender Überflutungsraum bereit, erklärte das Bundesumweltministerium in Berlin.

Der Bund finanzierte die mehrjährige Deichrückverlegungs- und Renaturierungsmaßnahme zu drei Vierteln, den Rest steuerte das Land Sachsen-Anhalt bei. Die Umweltschutzorganisation WWF ist der Träger des Projekts, das bis Ende 2018 endgültig abgeschlossen werden soll.

"Mit diesem Projekt haben wir unser Ziel, den Flüssen mehr Raum zu geben, ein gutes Stück vorangebracht", erklärte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD), die zusammen mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und WWF-Vertretern an der Zeremonie im ausgedehnten Auengebiet im Verlauf der mittleren Elbe teilnahm.

Kern des Projekts war die Rückverlegung des dortigen Elbdeichs. Durch den Neubau eines 7,3 Kilometer langen neuen Flutschutzes und die nun erfolgte Öffnung des alten Deichs sind große Auwaldflächen in der Region künftig wieder der Überflutungsdynamik des Stroms ausgesetzt. Das Überschwemmungsgebiet vergrößert sich so von 300 auf 900 Hektar.

Nach Angaben der Landesregierung dürfte der Pegelstand in diesem Bereich im Fall eines neuerlichen Elbehochwassers um bis zu 28 Zentimeter niedriger sein als bisher. Neben dem Hochwasserschutz dient die Renaturierung aber vor allem auch dem Natur- und Artenschutz. Laut Bundesumweltministerium sind die Auwälder an der Mittelelbe unter anderem auch ein international bedeutendes Rast- und Durchzugsgebiet für zahlreiche wandernde Vogelarten.

Das 2001 begonnene und auf insgesamt 17 Jahre angelegte Naturschutzgroßprojekt kostete rund 33 Millionen Euro. Davon übernahm das Bundesumweltministerium 24,8 Millionen Euro.

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