Demonstranten blockieren Raumfahrtzentrum in Kourou

Aus Protest gegen soziale und wirtschaftliche Probleme in Französisch-Guyana haben Demonstranten das Europäische Raumfahrtzentrum in Kourou blockiert. Tausende Bewohner des Übersee-Gebiets versammelten sich vor dem Weltraumbahnhof

Aus Protest gegen soziale und wirtschaftliche Probleme in Französisch-Guyana haben Demonstranten das Europäische Raumfahrtzentrum in Kourou blockiert. Tausende Bewohner des Übersee-Gebiets nördlich von Brasilien versammelten sich am Dienstagabend vor den Toren des Weltraumbahnhofs, von dem die Ariane-Raketen starten. Die Protestbewegung unter dem Namen "Pou La Gwiyann dékolé" (Damit Guyana abhebt) fordert von der Regierung in Paris mehr Autonomie und Investitionen in Milliardenhöhe.

Einer der Aktivisten, Mickaël Mansé, sagte, die Ariane-Raketen würden "am Boden bleiben, solange Guyana nicht abhebt". Wegen der seit zwei Wochen dauernden Proteste und Streiks musste ein geplanter Start in Kourou bereits wiederholt verschoben werden.

Frankreichs Präsident François Hollande stellte den Demonstranten am Mittwoch einen weiteren "Dialog" in Aussicht. Die Regierung hatte der Protestbewegung am Wochenende Investitionen in Höhe von gut einer Milliarde Euro zugesagt.

Das reicht den Demonstranten aber nicht aus. Sie fordern mitten im französischen Präsidentschaftswahlkampf mehr Geld und eine weitreichende Autonomie. Paris lehnt dies ab, da die Bewohner 2010 in einem Referendum mehrheitlich gegen mehr Selbstbestimmungsrechte votiert hatten.

In dem Überseegebiet mit rund 250.000 Einwohnern sind mehr als 40 Prozent der Menschen unter 25 Jahre arbeitslos. Die Protestführer beklagen, 30 Prozent der Bevölkerung hätten keinen Zugang zu Trinkwasser oder zu Elektrizität.

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