Demonstrationen in Amsterdam und Dublin nach Tod von George Floyd

Demonstration in Amsterdam

Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd infolge eines brutalen Polizeieinsatzes in der US-Metropole Minneapolis haben in weiteren europäischen Städten Massenproteste gegen Rassismus stattgefunden. Unter Missachtung der Corona-Schutzregeln gingen sowohl in Amsterdam als auch in der irischen Hauptstadt Dublin am Montag tausende Menschen auf die Straße. Sie hielten Pappschilder mit Aufschriften wie "Das Leben von Schwarzen zählt" in die Höhe.

Im Zentrum von Amsterdam beteiligten sich niederländischen Medien zufolge etwa 3000 Menschen an der Kundgebung. In Dublin zogen die Demonstranten zur US-Botschaft und riefen dabei Floyds Namen. Vor dem Botschaftsgelände gingen die Demonstranten als Zeichen gegen Gewalt gegen Schwarze in die Knie und verharrten einen Moment lang in Stille. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf 2000 bis 3000 und sprach von einem friedlichen Verlauf.

"An wen wendest Du Dich, wenn Du Dich nicht an die Menschen wenden kannst, die Dich eigentlich beschützen sollen?", kritisierte die Demonstrantin Fionnuala O'Connell. "Heute sagen wir unsere Meinung und erheben unsere Stimme", sagte der Demonstrant Raphael Olympio. Am Sonntag waren bereits in London zahlreiche Menschen zur US-Botschaft marschiert, um gegen Floyds gewaltsamen Tod zu demonstrieren.

George Floyd war am Montag vergangener Woche durch das brutale Vorgehen eines weißen Polizisten in der Großstadt Minneapolis gestorben. Der Beamte hatte dem 46-Jährigen bei seiner Festnahme fast neun Minuten lang das Knie auf den Nacken gedrückt, obwohl Floyd wiederholt klagte, er bekomme keine Luft mehr.

Ein Video des Vorfalls löste landesweit Entsetzen und Empörung aus. In zahlreichen US-Städten demonstrieren Menschen seit vergangener Woche gegen Rassismus und Polizeigewalt gegen Afroamerikaner. Überschattet wurden die Demonstrationen immer wieder von schweren Ausschreitungen, Dutzende Städte verhängten nächtliche Ausgangssperren.