Demonstrationen im Sudan am zweiten Jahrestag der Massenproteste

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Demonstranten mit sudanesischer Flagge

Zwei Jahre nach dem Beginn der Massenproteste im Suden sind im ganzen Land tausende Menschen für tiefgreifendere Reformen auf die Straße gegangen. Weil sich aus ihrer Sicht seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Omar al-Baschir nicht genug geändert hat, zogen die Demonstranten in der Hauptstadt Khartum vor den Präsidentenpalast. Sie riefen "Gerechtigkeit", schwenkten sudanesische Flaggen und hielten Fotos getöteter Demonstranten hoch.

Über dem Stadtbezirk Al-Sahafa im Süden der Hauptstadt stieg schwarzer Rauch von brennenden Autoreifen auf. Vor dem Präsidentenpalast setzte die Polizei am Abend Tränengas ein, um hunderter Demonstranten zu vertreiben.

Proteste gab es auch in mehreren anderen Städten. Insgesamt beteiligten sich nach Schätzungen von Journalisten mehrere tausend Menschen an den Demonstrationen.

Im Sudan hatten am 19. Dezember 2018 Massenproteste gegen den fast 30 Jahre lang autoritär herrschenden Baschir begonnen. Nach monatelangen Protesten setzte die sudanesische Armee Baschir im April 2019 ab. Nach seiner Absetzung regierte zunächst ein Militärrat. Nach weiteren monatelangen Unruhen einigte sich der Militärrat mit der Protestbewegung auf die Einsetzung eines Souveränen Rats, in dem sich Militärs und Zivilisten nun die Macht teilen.

mid