Nach Demonstrationsverbot: Gewalt eskaliert in Dakar

Bei Protesten in Senegals Hauptstadt Dakar sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen.

Die Demonstrationen richteten sich gegen das Verbot einer Kandidatenliste für die anstehenden Parlamentswahlen am 31. Juli, auf der auch einer der wichtigsten Oppositionsführer gelistet ist. Präsident Macky Sall wird vorgeworfen, dass er im Hinblick auf die 2024 stattfindenden Präsidentschaftswahlen, die die wichtigsten Oppositionskandidaten blockieren - und sich selbst eine dritte Amtszeit sichern wolle.

Polizeibeamte sperrten die Gegend um das Haus von Ousmane Sonko, einem der Oppositionsführer, ab und ließen ihn nicht einmal zum Freitagsgebet in die Moschee gehen. Anschließend demonstrierten Anhänger von Sonko und anderen, blockierten Straßen und setzten Reifen in Brand, während die Polizei mit Tränengas reagierte.

Zudem wurden die drei Oppositionspolitiker, Déthié Fall, Ahmet Aidara und Mame Diarra Fame, festgenommen. Auch der Bürgermeister von Dakar, Barthélémy Dias, ein weiterer leidenschaftlicher Kritiker von Präsident Sall, wurden von den Sicherheitskräften in seinem Haus festgesetzt.

Senegal gilt seit eigentlich als eine Bastion der Demokratie in Afrika und als regionale Führungsmacht in Fragen der Diplomatie in Westafrika.

Als Macky Sall 2012 zum ersten Mal gewählt wurde, hatte er sich gegen den damaligen Präsidenten Abdoulaye Wade, der mit seinem Streben nach einer dritten Amtszeit große Demonstrationen ausgelöst hatte, durchsetzen können. Seit seiner Wiederwahl im Jahr 2019 sieht er sich jedoch zunehmender Kritik ausgesetzt, insbesondere von Seiten derjenigen, die befürchten, dass auch er erneut für das Präsidentenamt kandidieren könnte.

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