Deniz Yücel mit Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet

Der in der Türkei unter fragwürdigen Umständen inhaftierte Journalist Deniz Yücel ist mit dem renommierten Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet worden. Jury und Kuratorium hätten einstimmig entschieden, dem deutsch-türkischen Korrespondenten der Zeitung "Die Welt" einen Sonderpreis zu verleihen, teilte der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) am Mittwoch in Berlin mit. Die weiteren Preisträger werden erst am 21. Juni bekanntgegeben.

Mit dem Sonderpreis für Yücel solle zugleich "im Geist von Theodor Wolff ein Zeichen für die Pressefreiheit gesetzt werden", die in der Türkei und an vielen anderen Orten der Welt mit Füßen getreten werde, hieß es zur Begründung. Yücel ist seit rund sechs Wochen in der Türkei in Haft. Ihm wird Terrorunterstützung vorgeworfen, wofür die Bundesregierung aber keine Anhaltspunkte sieht. Erst nach langer Weigerung erlaubten die türkischen Behörden am Dienstag einen Besuch des deutschen Generalkonsuls in Istanbul bei Yücel.

Der Preis erinnert an den langjährigen Chefredakteur des "Berliner Tageblatts", Theodor Wolff. Er musste 1933 vor den Nazis ins französische Exil fliehen, wurde dort verhaftet und der Gestapo ausgeliefert und starb 1943 im Jüdischen Krankenhaus in Berlin.

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