Dennoch optimistisch - Kampf gegen Krebs: Experte fordert höhere Steuern auf Alkohol und Tabak

Alkohol und Zigaretten (Symbolbild).<span class="copyright">Getty Images/Westend61</span>
Alkohol und Zigaretten (Symbolbild).Getty Images/Westend61

Der Chef des Deutschen Krebsforschungszentrums, Michael Baumann, fordert höhere Abgaben auf Zigaretten, Alkohol und Zucker. Die Stoffe würden stark krebsfördernd sein.

Der Chef des Deutschen Krebsforschungszentrums, Michael Baumann, hat in einem Interview mit der „Rheinischen Post“ höhere Abgaben auf Zigaretten und Zucker angeregt, um das Krebsrisiko zu senken. Wie „Regionalheute“ berichtet, sagte Baumann: „Höhere Steuern auf Tabak und Zuckerwaren können Verhalten ändern, wie sich in anderen Ländern zeigt. Auch Deutschland sollte zum Beispiel Tabak teuer machen.“

Alkohol und Tabak sind stark krebserregend

Baumann sagt, dass etwa 40 Prozent aller Krebsfälle vermeidbar wären, wenn die Menschen gesünder leben würden. Knapp 20 Prozent der Krebsfälle seien allein auf das Rauchen von Tabak zurückzuführen. Übergewicht, ungesunde Ernährung, Alkoholkonsum und Bewegungsmangel tragen ebenfalls erheblich zum Krebsrisiko bei.

In „Regionalheute“ betont Baumann die großen Fortschritte in der Krebsbehandlung: „Wir werden immer mehr Krebsarten besiegen. Schon jetzt kann aus dem lebensbedrohlichen Krebs oft eine chronische Krankheit werden.“ Er verweist auf neue Methoden wie Immuntherapien, Impfungen und KI-gesteuerte Operationen. Fortschritte gebe es selbst beim gefürchteten Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Zahl der Krebsfälle wird weltweit stark ansteigen

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) prognostiziert währenddessen einen deutlichen Anstieg der weltweiten Krebsfälle. Bis 2050 sollen die jährlichen Diagnosen von 20 Millionen im Jahr 2022 auf 35 Millionen steigen. Etwa jeder fünfte Mensch erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs, und Lungen-, Brust- sowie Darmkrebs sind die häufigsten Diagnosen. Lungenkrebs war 2022 für die meisten Krebs-Todesfälle verantwortlich.

Gründe für den Anstieg der Krebsfälle sind Bevölkerungswachstum, höhere Lebenserwartung und veränderte Lebensstile, die unter anderem Tabak- und Alkoholkonsum sowie Fettleibigkeit umfassen. Trotz der düsteren Prognose sinken die Todesraten zahlreicher Krebsarten.