Der Grund allen Übels: "Tom & Jerry" sind Schuld am Terrorismus

Schon seit langer Zeit versuchen Wissenschaftler, dem Ursprung von Terrorismus auf den Grund zu kommen. Die Antwort scheint nun gefunden zu sein – allerdings lautet die ganz anders, als erwartet. Bei einem Vortrag in der Universität von Kairo hatte Salah Abdel Sadek, Vorsitzender des staatlichen Informationsdienstes von Ägypten (SIS), eine äußerst krude Theorie: Schuld am Terrorismus und Aufkeimen von IS und Co. sind ausgerechnet “Tom und Jerry”.

Anlässlich der Konferenz “Die Medien und die Kultur der Gewalt” sagte Abdel Sadek: “‘Tom und Jerry’ zeigen Gewalt auf lustige Art und Weise und vermitteln die Nachricht ‘Ja, ich kann ihn schlagen und ich kann ihn mit Bomben in die Luft jagen.’ So verankert sich in den Köpfen der Zuschauer, dass so etwas normal ist.” Der Vortrag von Abdel Sadek wurde auf der Seite “Egyptian Streets” ins Englische übersetzt.

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Allerdings sieht der SIS-Vorsitzende die Schuld am Terrorismus nicht allein bei “Tom und Jerry”, sondern ebenso in Computerspielen und brutalen Filmen. “Es ist für einen jungen Mann ganz normal geworden viele Stunden damit zu verbringen, Videospiele zu spielen, zu töten und Blut zu verteilen und am Ende ist er fröhlich und zufrieden.” Es sei unter anderem der soziale Druck, der auf ihnen laste, und um den zu kompensieren würden sie auf Gewalt zurückgreifen, was für die jungen Männer ganz normal und nachvollziehbar erscheint.

Trotz des Vortrags von Abdel Sadek soll der ägyptischen Webseite zufolge die Regierung derzeit keinerlei Anstalten machen, die Zeichentrickserie “Tom und Jerry” oder Computerspiele zu zensieren. Bei Filmen kam das in der Vergangenheit immerhin schon häufiger vor. So wurde beispielsweise “The Wolf of Wall Street” um 45 Minuten gekürzt – allerdings aufgrund zu sexistischer Szenen und nicht wegen zu viel Gewalt.

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