Vier Pfoten hinter Gittern: Der Hunde- und Katzenknast in Arizona

In einem Gefängnis in Arizona gibt es einen guten Grund dafür, Tiere ins Gefängnis zu bringen. (Bild: Action Press)

In einem amerikanischen Gefängnis, das einst Mörder, Sexualstraftäter und Drogendealer von der Gesellschaft fernhielt, findet man inzwischen ganz andere Insassen – und zwar supersüße, flauschige Vierbeiner. Knapp 100 Hunde und Katzen leben im Maricopa Animal Safe Haven (MASH), in Phoenix, Arizona.

Die ehemaligen Häftlinge, die dort unter Hochsicherheitsbedingungen eingesperrt waren, wurden in andere Gefängnisse verlegt, sodass die Tiere dort sicher untergebracht werden konnten. Die niedlichen Hunde und Katzen, die hier ihr neues Zuhause gefunden haben, wurden meist von der Straße, von ihren gewalttätigen Herrchen oder aus anderen traurigen Umständen gerettet.

Die Idee für das Hunde- und Katzengefängnis kam von County Sheriff Joe Arpaio (84), der einst als härtester Gesetzeshüter Amerikas galt. Der strenge Sheriff, der durch seine fiesen Methoden im Umgang mit Häftlingen bekannt wurde, scheint jedoch ein Herz für Tiere zu haben.

Sheriff Joe Arpaio wurde amerikaweit bekannt, als er Häftlinge dazu zwang, pinke Unterwäsche zu tragen und zur heißesten Zeit des Jahres draußen zu leben. (Bild: Action Press)

In einer Zeit, zu der sich in der Umgebung ein Irrer herumtrieb, der Katzen umbrachte und anschließend ihr Blut trank, gab es in Arizona nicht einmal ein Gesetz gegen Tierquälerei. Nachdem niemand etwas unternahm, stellte Joe Arpaio ein Team zusammen, das den Katzen-Killer stellte. Doch Arpaio erkannte ein noch viel größeres Problem: Für die Hunde und Katzen, die auf der Straße lebten, gab es keinen sicheren Ort. Zudem kann die Hitze in Arizona mit bis zu 50°C mitunter lebensbedrohlich werden, sodass die Tiere an einen Ort mit Klimaanlage gebracht werden mussten. Der einzige kühle Ort, der zur Verfügung stand, war das Gefängnis Maricopa. Also ließ Arpaio die Insassen in andere Gefängnisse verlegen und gab den Tieren die Zellen.

Weibliche Insassinnen eines Frauengefängnisses kommen regelmäßig nach Maricopa, um die Tiere zu füttern und sich um sie zu kümmern. (Bild: Action Press)

Seitdem kümmern sich die Insassinnen eines nahegelegenen Frauengefängnisses um die oft traumatisierten Tiere. Die Frauen, die für gewaltlose Delikte, meist in Zusammenhang mit Drogen und Prostitution, ihre Zeit absitzen, haben oftmals ähnlich traurige Geschichten wie die Tiere. Sie wurden misshandelt und hatten kaum jemanden, der sich um sie kümmerte.

Die Nähe zu den Tieren und das Gefühl, gebraucht zu werden, hilft vielen der Frauen. (Bild: Action Press)

Der Kontakt mit den Tieren tut vielen Frauen gut und gibt ihnen das Gefühl, gebraucht zu werden – von jemandem, der nicht über sie urteilt, sondern einfach froh ist, gefüttert und gestreichelt zu werden.

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