Der kälteste Ort der Welt hatte 2021 seinen kältesten Winter aller Zeiten

·Sports Editor
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Während Teile der Welt unter dem Klimawandel sowie steigenden Temperaturen und deren Folgen leiden, hat der Südpol im Jahr 2021 seinen kältesten Winter seit Beginn der Datenaufzeichnungen erlebt.

Der Südpol gilt als einer der kältesten Orte der Welt. (Bild: REUTERS/Deborah Zabarenko  (UNITED STATES)
Der Südpol gilt als einer der kältesten Orte der Welt. (Bild: REUTERS/Deborah Zabarenko)

Extreme Hitze, Unwetter und Überflutungen: Die verheerenden Folgen des Klimawandels werden von Jahr zu Jahr sicht- und spürbarer. Doch hat die Welt nicht überall mit Wetterextremen in nur eine Richtung zu kämpfen. Denn während der Nordpol sich immer mehr erwärmt und in diesem Sommer erstmals aufgrund von Waldbränden in Sibirien dicke Rauschwaden in der Arktis zu sehen waren, erlebte der Südpol den härtesten und kältesten Winter seit Beginn der Datenaufzeichnungen im Jahr 1957.

So meldete die Amundsen-Scott-Südpolstation, gelegen auf dem höchsten Plateau der Antarktis, eine Durchschnittstemperatur von minus 61 Grad Celsius während des antarktischen Winters, welcher von April bis September geht. Laut der British Antarctic Survey war 2021 somit der kälteste Winter in der Geschichte des Südpols. Die niedrigste Temperatur meldete die russische Wostok-Station am 30. September mit 79,4 Grad Celsius unter null. Schauerlich kalt, wenngleich noch weit entfernt von der einmaligen Rekordtemperatur von minus 98,6 Grad, die im Juli 2004 gemessen wurde.

Hartnäckiger Polarwirbel soll für Rekordwinter verantwortlich sein

Die geographisch höhere Lage sowie die Tatsachen, dass sich der Südpol auf einer Landmasse und nicht im wärmespeichernden Ozean befindet und aufgrund des Schnees ein großer Teil des ohnehin spärlichen Sonnenlichts zurückreflektiert wird, tragen dazu bei, dass der Südpol generell wesentlich kältere Temperaturen aufweist als der Nordpol. Zusätzlich soll sich der südliche Pol den gesamten zurückliegenden Winter laut "Washington Post" fest im Griff eines Polarwirbels befunden haben. Diese Höhentiefs sind Kaltluftzonen mit einem Durchmesser von bis zu 1.000 Kilometern.

"Im Grunde genommen waren die Winde in der polaren Stratosphäre stärker als üblich", erklärte Amy Butler von der US-amerikanischen Wetter- und Ozeanografiebehörde in der "Washington Post". "Damit verschiebt sich der Jetstream in Richtung des Pols und die kalte Luft ist über einem Großteil der Antarktis eingeschlossen."

Wie ist der bitterkalte Rekordwinter also einzuordnen? "Ein kalter Winter ist interessant, ändert aber nichts am langfristigen Trend", sagte Eric Steig, Professor für Atmosphärenwissenschaften an der University of Washington, im gleichen Beitrag. Und dieser sei am Südpol genau wie im Rest der Welt: "Erwärmung."

Im Video: Leben am Südpol - TikToker zeigen ihren Alltag am kältesten Ort der Welt

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