Derby: Bitte auf dem Teppich bleiben, Hertha BSC

Feiern muss erlaubt sein, klar – erst recht nach einem Abend wie am Freitag, an dem Hertha BSC den Schalter in dieser bislang völlig verkorksten Saison endgültig umlegte. Die Zahlen der Derby-Nacht sprachen für sich: zweites Spiel unter Bruno Labbadia, zweiter Sieg, sechs Punkte also und 7:0 Tore, dazu der befreiende Sieg gegen den Rivalen aus Köpenick und natürlich die inoffizielle Stadtmeisterschaft. Balsam für die geschundene blau-weiße Seele.

Unter dem neuen Trainer gelingt es den Berliner Profis plötzlich, das eigene Potenzial abzurufen, sei es individuell oder als Team. Altmeister Vedad Ibisevic arbeitet an einem beeindruckenden Spätwerk, Freigeist Matheus Cunha glänzt mit einem aufregenden Mix aus Raffinesse und Präzision und selbst der lange Zeit formschwache Marvin Plattenhardt hat seine Flanken-Kunst wiederentdeckt.

Nein, so kraftvoll wie aktuell haben die blau-weißen Farben lange nicht geleuchtet. Seit der Corona-Pause wirken die Berliner wie entfesselt, wie angeknipst. Bekommt die bisherige Skandal-Saison also doch noch ein Happy End?

Der Abstand auf den gefürchteten Relegationsplatz betrug am Freitagabend satte elf Punkte – der auf Rang sechs nun noch fünf, wenn auch bei einem Spiel mehr. Schon schielen die ersten Berliner in höhere Regionen, zumal besser postierte Teams wie Hoffenheim oder Schalke zuletzt bedenklich wackelten.

Angesichts des Traum-Re-Starts mit Europa zu flirten, ist nur allzu menschlich, aber nach einer gepflegten Stadtmeister-Feier sollte schnells...

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