Details in dieser "Polizeiruf 110"-Szene sind der AfD ein Dorn im Auge

Die Bürodekoration gefällt vielen Anhängern der AfD überhaupt nicht. (Bild: Screenshot ZDF)

Empörung bei der Alternative für Deutschland über die TV-Serie “Polizeiruf 110”: Weil in der Folge “Für Janina” am Sonntagabend mehrere Anti-Rechts-Motive zu sehen waren, legt die Partei jetzt Beschwerde beim Deutschen Presserat ein.

Die Schauspielerin Anneke Kim Sarnau (46) alias Katrin König, Rostocker Kommissarin im “Polizeiruf 110”, ist in der beliebten Krimiserie bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Das gilt auch für ihre politische Gesinnung, wie sich in der letzten Folge einmal mehr zeigte. Der Zuschauer erhielt darin Einblicke in Katrin Königs Büro, die vielen Mitgliedern und Sympathisanten der rechtspopulistischen AfD die Zornesröte ins Gesicht trieben.

Besonders die Pinnwand hinter Kommissarin Königs Schreibtisch sorgte für Gesprächsstoff: Darauf befanden sich zahlreiche antifaschistische Sticker und Plakate. Zu lesen waren Slogans wie “FCK AFD” (kurz für “Fuck AfD”), “Refugees Welcome” und “Nazi Verpiss Dich”, auch eine Regenbogen-Flagge das Symbol der Schwulen- und Lesbenbewegung war zu sehen. Auf dem Laptop von König klebte außerdem ein “FCK NZS”-Aufkleber (kurz für “Fuck Nazis”). 

AfD-Kritik und Beschwerde beim Presserat

Zwar handelt es sich bei Katrin König selbstredend um eine fiktive Person, die AfD zeigt sich dennoch empört und kritisiert die Verantwortlichen der Sendung und auch die ARD scharf.

“Als der Polizeiruf noch im DDR-Staatsfernsehen lief, war die Propaganda subtiler”, schrieb beispielsweise die AfD Hamburg auf ihrem Twitter-Account. Auch AfD-Politiker Thomas Röckemann zog einen DDR-Vergleich: So schäbig waren nicht einmal Honeckers Schergen.

“Auch deshalb gehört der Staatsfunk weg”, schrieb ein AfD-Anhänger auf Twitter. Eine anderer User wies darauf hin, dass Charly Hübner (ebenfalls “Polizeiruf 110″-Schauspieler) bereits mehrfach mit der linken Band Feine Sahne Fischfilet – einem der großen Feindbilder der AfD – zusammengearbeitet habe. Deren Logo ist in einer Szene ebenfalls zu sehen.

Die AfD zieht ihre Konsequenzen: Sie kündigte an, Beschwerde beim Deutschen Presserat über den MDR einzulegen.

Kritik auch von Junger Union

Allerdings kritisierte nicht nur die AfD die Sendungsmacher. “Vielleicht haben Sie es gestern Abend gesehen? Permanente Schleichwerbung für Antifa und andere politische Botschaften im Büro der Kommissare beim Polizeiruf 110“, schreibt die Junge Union München-Nord auf ihrer Facebook-Seite.

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