Deutsche Anleihen legen erneut zu - Schwache Konjunkturdaten stützen

FRANKFURT (dpa-AFX) -Die Kurse deutscher Bundesanleihen sind am Dienstag erneut gestiegen. Der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future DE0009652644 legte bis zum Mittag um 0,49 Prozent auf 128,93 Punkte zu. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel im Gegenzug auf 2,80 Prozent. In allen Ländern der Eurozone gaben die Renditen nach.

Beflügelt wurden die Festverzinslichen durch schwache Konjunkturdaten aus der Eurozone. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global ist im Oktober überraschend gefallen und signalisiert weiterhin einen Rückgang der Wirtschaftsleistung. Sowohl der Indikator für die Industrie als auch für den Dienstleistungssektor gab nach. "Die Anzeichen für eine Rezession im Euroraum verdichten sich", kommentierte Christoph Weil, Analyst bei der Commerzbank. Eine weitere Leitzinsanhebung durch die Europäische Zentralbank (EZB) in den kommenden Monaten werde immer unwahrscheinlicher.

Marktbeobachter erklärten das vorläufige Ende des Höhenflugs der Renditen aber auch mit der jüngsten Entwicklung am Markt für US-Anleihen. Hier war die Rendite am Montag zunächst erstmals seit 16 Jahren über die Marke von 5 Prozent gestiegen, dann aber deutlich gesunken. Es sei ermutigend, dass die Rendite in der zehnjährigen Laufzeit an der 5-Prozent-Marke abgeprallt sei, heißt es in einer Einschätzung von Anleiheexperten der Commerzbank: "Der Markt bleibt damit insgesamt angeschlagen, aber wir sehen Lichtblicke am Horizont."

Am späten Montagabend hatten US-Anleihen ihre Kursgewinne ausgebaut und die Renditen gingen im Gegenzug zurück. Diese Entwicklung habe auch an den europäischen Märkten Wirkung gezeigt, hieß es von Marktbeobachtern.