Deutsche Bahn bietet im Tarifstreit mit Lokführern Corona-Prämie

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Rangierlok der Deutschen Bahn

Die Streiks bei der Deutschen Bahn (DB) gehen wie angekündigt am Montag weiter. Die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) wies am Sonntag ein Angebot der Bahn, über eine Corona-Prämie zu verhandeln, zurück. Es handle sich lediglich um ein "Scheinangebot", erklärte die GDL - sie werde kein vermeintliches, sondern ausschließlich ein konkretes Angebot bewerten.

Personalvorstand Martin Seiler erklärte am Sonntagmorgen, die Bahn sei bereit, über eine Corona-Prämie für dieses Jahr zu verhandeln. Dies sei "ein starkes Signal der Einigungsbereitschaft". Zur Höhe machte Seiler keine Angaben - die GDL hat hier 600 Euro gefordert.

Seiler erklärte: "Mit einer Corona-Prämie kommen wir einem wichtigen Anliegen der Gewerkschaften entgegen. Damit kann es keinen Grund mehr geben, die Rückkehr an den Verhandlungstisch zu verweigern. Jetzt liegt es nur an der GDL."

Die Gewerkschaft dagegen kritisierte, Ziel des Angebotes sei lediglich, "mit den Gefühlen der Bahnreisenden zu spielen, die auf einen Eintritt in die Verhandlungen hoffen". Dabei habe sich der Bahnvorstand in Wahrheit "keinen Millimeter bewegt". Die Arbeitskämpfe fänden daher "wie angekündigt" statt.

Am Sonntag setzte die GDL ihren Streik im Güterverkehr der Bahn fort. Ab Montagmorgen um 02.00 Uhr sollen Arbeitsniederlegungen im Personenverkehr folgen. Enden sollen die Streiks am Mittwoch um 02.00 Uhr.

Es handelt sich um die zweite Streikwelle im aktuellen Tarifkonflikt zwischen GDL und DB. Die Gewerkschaft fordert neben der Corona-Prämie eine zweistufige Lohnerhöhung von 3,2 Prozent und bessere Arbeitsbedingungen. Die Bahn bietet zwar 3,2 Prozent mehr Lohn, will die Stufen aber später umsetzen und eine längere Laufzeit.

FDP-Chef Christian Lindner forderte beide Seiten auf, an den Verhandlungstisch zu kommen. "Ich habe kein Verständnis dafür, dass nicht verhandelt wird. Es muss ein Schiedsverfahren eingeleitet werden", sagte Lindner der "Bild am Sonntag". Bahn und Gewerkschaft hätten "eine Verantwortung für unser Land".

Der Vorsitzende der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Klaus-Dieter Hommel, warnte die Politik vor einem Eingreifen in den Tarifkonflikt. GDL-Chef Claus Weselsky hoffe offenbar auch auf die Einflussnahme der Politik bei der Bahn, sagte Hommel der Online-Ausgabe des "Münchner Merkur". Er könne die Politik "aber nur warnen, sich in die Tarifangelegenheiten einzumischen. Das wird mit uns definitiv nicht zu machen sein."

ilo/mid

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