Deutsche Bahn schreibt wieder schwarze Zahlen

Pünktlichere Züge, verbesserter Service, mehr Fahrgäste: Die Deutsche Bahn kehrt mit Vollgas in die Gewinnzone zurück. Im Geschäftsjahr 2016 verdiente das Unternehmen 716 Millionen Euro, wie der neue Konzernchef Richard Lutz am Donnerstag bekanntgab

Pünktlichere Züge, verbesserter Service, mehr Fahrgäste: Die Deutsche Bahn kehrt mit Vollgas in die Gewinnzone zurück. Im Geschäftsjahr 2016 verdiente das Unternehmen 716 Millionen Euro, wie der neue Konzernchef Richard Lutz am Donnerstag in Berlin bekanntgab. Er hält am Kurs seines Vorgängers Rüdiger Grube fest und will vor allem das "Brot- und Buttergeschäft" des Konzerns, den Schienenverkehr in Deutschland, stärken.

"Wir haben die Trendwende geschafft", betonte Lutz, nachdem der Konzern im Jahr 2015 noch einen Verlust von 1,3 Milliarden Euro in den Büchern stehen hatte. 2016 sei ein "gutes Jahr" für die Kunden und deshalb auch für die Deutsche Bahn gewesen. Der Erfolg sei "breit über alle Geschäftsfelder" eingefahren worden.

Lutz verwies unter anderem auf die gestiegene Pünktlichkeit der Züge, verbesserte Kundeninformationen, das drahtlose Internet im ICE und mehr Sauberkeit in den Zügen. Mit 139 Millionen Reisenden sei ein neuer Passagierrekord im Fernverkehr aufgestellt worden. Zudem habe der Konzern im Regionalverkehr wichtige Ausschreibungen für Verkehrsverträge für sich entschieden.

"Diese Erfolge sind uns übrigens nicht einfach so in den Schoß gefallen", betonte der neue Bahn-Chef. Die 2016 noch unter der Führung von Grube erzielten Erfolge seien das "Ergebnis harter Arbeit".

Gerade bei der Pünktlichkeit hätten sich die Mitarbeiter des Konzerns "auf die Jagd nach jeder verlorenen Minute" gemacht. An den zehn größten Bahnhöfen sorgten Spezialteams dafür, dass die Züge rechtzeitig abfuhren. Ein Zug gilt bei der Deutschen Bahn als pünktlich, wenn er weniger als sechs Minuten zu spät am Ankunftsort eintrifft.

Ihr selbst gestecktes Pünktlichkeitsziel von 80 Prozent im Fernverkehr verpasste die Deutsche Bahn dennoch knapp. Die Fernverkehrszüge seien zu 78,9 Prozent pünktlich unterwegs gewesen - dies seien aber immerhin 4,5 Prozentpunkte mehr als im Jahr 2015, betonte Lutz. Dieser "Rückenwind" sei auch mit ins neue Jahr genommen worden.

"Wir streben weitere Qualitäts- und Produktverbesserungen für unsere Kunden bei der Eisenbahn in Deutschland an", kündigte Lutz an. Im Fernverkehr wolle der Konzern im Jahr 2017 eine Pünktlichkeit von 81 Prozent erreichen. Das sei aber nur möglich, wenn das Unternehmen "unbedingten Kampfgeist" zeige.

Vorantreiben will Lutz zudem die Internationalisierung und Digitalisierung des Konzerns. Angesichts der Risiken durch den anstehenden Brexit wolle die Auslandstochter Arriva ihre Aktivitäten nicht nur in Großbritannien, sondern in ganz Europa ausbauen. Wachstumspotenzial gebe es vor allem in Osteuropa.

Lutz war erst am Mittwoch offiziell zum neuen Chef der Deutschen Bahn ernannt worden. Diese Aufgabe sei für ihn als Spross einer Eisenbahner-Familie in der Pfalz "kein Job wie jeder andere, sondern eine Herzensangelegenheit und große Ehre zugleich", betonte der 52-Jährige, der künftig auch weiter für die Finanzen des Konzerns zuständig bleibt.

Er verspreche nicht, "dass sich jetzt alle Probleme bei der Bahn in Luft auflösen werden". Er wolle aber mit dem gesamten Vorstand "mit aller Energie daran arbeiten", die Deutsche Bahn "Stück für Stück noch attraktiver zu machen".

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