Deutsche Bahn will mit neuem Angebot zentrale Forderungen der GDL erfüllen

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Bahn-Zentrale in Berlin (AFP/Tobias SCHWARZ)

Kurz vor Beginn der neuen Streikrunde der Lokführergewerkschaft GDL im Personenverkehr der Deutsche Bahn hat der Konzern der Gewerkschaft nach eigenen Angaben ein neues Angebot vorgelegt. "Wir erfüllen zentrale Forderungen der GDL", sagte Personalvorstand Martin Seiler am Mittwoch. Damit gebe es nun keinen Grund mehr für einen fast einwöchigen Streik.

Die klare Botschaft der Bahn an die GDL-Spitze laute: "Geben Sie Ihre Blockadehaltung auf", erklärte Seiler und appellierte an die Gewerkschaft, zurück an den Verhandlungstisch zu kommen und die "unverantwortlichen Arbeitskampfmaßnahmen" zu stoppen.

Konkret will der Konzern der Lokführergewerkschaft demnach sowohl bei der Corona-Prämie als auch bei der Laufzeit des künftigen Tarifvertrags entgegen kommen. Die Prämie solle in gleicher Höhe wie im Öffentlichen Dienst gezahlt werden, teilte die Bahn mit. Im Organisationsbereich der GDL würden damit je nach Entgeltgruppe 400 oder 600 Euro ausgeschüttet. Bei der Laufzeit würden statt 40 nunmehr 36 Monate von der Bahn angeboten. "Gleichzeitig bieten wir eine Lohnerhöhung von 3,2 Prozent - genau das fordert auch die GDL", erklärte Seiler.

Eine Reaktion der Gewerkschaft stand am Mittwochabend zunächst noch aus. GDL-Chef Claus Weselsky hatte zuletzt "Bewegung" seitens der Geschäftsführung gefordert - der "Augsburger Allgemeinen" und dem Sender Phoenix sagte Weselsky, die Bahn habe sich seit der letzten Verhandlungsrunde am 7. Juni nicht bewegt.

Am Montag hatte die GDL den dritten und bislang längsten Streik im Tarifstreit mit der Bahn angekündigt. Am Mittwochnachmittag begann der Streik im Güterverkehr, ab Donnerstagmorgen um 02.00 Uhr sollte auch der Personenverkehr bestreikt werden. Enden sollen die GDL-Streiks am kommenden Dienstag um 02.00 Uhr morgens.

Vor dem aktuellen und laut Bahn "deutlich verbesserten" Angebot hatte der Konzern zwar ebenfalls 3,2 Prozent mehr Lohn geboten, aber eine längere Laufzeit des Tarifvertrages gefordert. Zu einer Corona-Prämie hatte das Unternehmen zwar Verhandlungen angeboten, jedoch keine konkrete Zahl genannt.

In dem Tarifkonflikt geht es zudem um die Position der GDL im Konzern und im Wettbewerb mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Diese hat sich bereits mit der Bahn geeinigt, die Ergebnisse hält die Lokführergewerkschaft jedoch für unzureichend.

jm/ck

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