Deutsche Bank suspendiert offenbar weitere Mitarbeiter

Frankfurt/Main (dapd). Die Deutsche Bank hat im Zusammenhang mit Vorwürfen wegen Zinssatzmanipulationen weitere Mitarbeiter beurlaubt. Nachdem bislang zwei Händler im Zusammenhang mit Libor-Manipulationen suspendiert worden waren, wurden nun fünf weitere Mitarbeiter freigestellt, wie eine mit dem Vorgang vertraute Person dem "Wall Street Journal Deutschland" sagte. Diese waren im Geldhandel auch für die Festsetzung des Euribor zuständig und auf niedrigen bis mittleren Hierarchiestufen angesiedelt, wie die Person sagte.

Die Deutsche Bank verwies auf die bisherige Stellungnahme, wonach sie Mitarbeiter mit einem "unangemessenen" Verhalten suspendiert oder entlassen habe. Die Führung der Bank habe nichts von den Verfehlungen gewusst, hatte Aufsichtsratschef Paul Achleitner betont.

Die Aufsichtsbehörden in Deutschland, Großbritannien und den USA ermitteln mit Hochdruck, inwieweit Bankenmitarbeiter tatsächlich die Referenzzinssätze manipuliert haben. Auf Euribor und Libor basieren Finanztransaktionen in Billionenhöhe. Nachdem der Skandal bei dem Libor seinen Ausgang genommen hatte, gerät bei den Ermittlungen zunehmend auch die mögliche Manipulation des Euribor in den Fokus. Die Untersuchungen laufen in Deutschland seit Sommer 2012.

Nachdem die Royal Bank of Scotland (RBS) wegen ihrer Beteiligung an der Manipulation des Libor eine Strafe von 453 Millionen Euro an die Behörden in Großbritannien und den USA zahlen muss, wird als nächstes eine Einigung bei der Deutschen Bank erwartet. Bei der RBS waren wohl 21 Mitarbeiter involviert.

dapd

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