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Deutsche Bischöfe versprechen im Vatikan Einhalten von Kirchenrecht bei Reformen

Die katholischen deutschen Bischöfe haben im Streit um ihren synodalen Weg eingelenkt. Bei einem Besuch im Vatikan versprachen sie, sich bei den Reformen ans Kirchenrecht zu halten. (INA FASSBENDER)
Die katholischen deutschen Bischöfe haben im Streit um ihren synodalen Weg eingelenkt. Bei einem Besuch im Vatikan versprachen sie, sich bei den Reformen ans Kirchenrecht zu halten. (INA FASSBENDER)

Die katholischen deutschen Bischöfe haben nach dem jüngsten Brandbrief aus dem Vatikan zum sogenannten synodalen Weg eingelenkt. Bei einem Besuch im Vatikan sagten die Vertreter der deutschen Bischofskonferenz laut einer gemeinsamen Erklärung mit dem Heiligen Stuhl zu, sich auf dem weiteren Reformweg des synodalen Wegs an das Kirchenrecht zu halten. Es sei auch zugesagt worden, sich für die in Deutschland entstehenden Formen der Synodalität die Approbation - also Bestätigung - des Papstes zu holen.

Papst Franziskus begleitet den als Antwort auf den Missbrauchsskandal in Deutschland initiierten synodalen Weg seit einiger Zeit mit wachsendem Unmut. Vor der Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischöfe schickten ranghohe Vertreter der Kurie im Vatikan im Februar einen Brandbrief an die deutschen Kirchenverantwortlichen.

In dem ganztägigen Gespräch im Vatikan sei von deutscher Seite nun zugesagt worden, sich an Vorgaben des Kirchenrechts und Vorgaben der von Papst Franziskus initiierten Weltsynode zu halten. Die in Deutschland entstehenden Formen der Synodalität würden auch in Übereinstimmung mit der Ekklesiologie - also Lehre der Kirche - des Zweiten Vatikanischen Konzils sein, versprachen die deutschen Bischöfe den Angaben zufolge.

Damit dürften die deutschen Bischöfe insbesondere auf die im Vatikan verbreitete Warnung vor einer Kirchenspaltung reagiert haben. Denn aus dem synodalen Weg sollte nach den bisherigen Plänen ein synodaler Rat entstehen, in dem Laien und Kleriker gemeinsam Entscheidungen treffen können - solch ein Gremium hatte der Vatikan aber untersagt. Mit der gemeinsamen Erklärung dürfte die Schaffung solch eines Rats in der bislang geplanten Form vom Tisch sein.

Die Bischofskonferenz und der Heilige Stuhl erklärten, die Begegnung im Vatikan sei von einer positiven und konstruktiven Atmosphäre geprägt gewesen. "Es konnten einige der in den Dokumenten des Synodalen Weges der katholischen Kirche in Deutschland aufgeworfenen offenen theologischen Fragen erörtert werden." Es sei ein regelmäßiger Austausch zwischen den Vertretern der Bischofskonferenz und dem Heiligen Stuhl über die weitere Arbeit des synodalen Wegs und des aus ihm entstandenen synodalen Ausschusses vereinbart worden. Noch vor der Sommerpause solle es ein nächstes Treffen geben.

Von Seiten der Römischen Kurie nahmen die Kardinäle Victor Fernandéz, Kurt Koch, Pietro Parolin, Robert F. Prevost und Arthur Roche, sowie Erzbischof Filippo Iannone teil. Seitens der  Bischofskonferenz waren die Bischöfe Georg Bätzing, Stephan Ackermann, Michael Gerber, Peter Kohlgraf, Bertram Meier und Franz-Josef Overbeck sowie die Generalsekretärin, Beate Gilles, dabei.

ran/kas