Deutsche Stahlfirmen: Gabriel fordert nach Strafzöllen Gegenschlag der EU-Kommission

Die US-Regierung wirft Unternehmen vor, Stahl zu Dumpingpreisen importiert zu haben.

Die Tonlage erinnert an den US-Wahlkampf. „Wir werden sicherstellen, dass US-Unternehmen und -Arbeiter fair behandelt werden“, sagt Handelsminister Wilbur Ross. Die US-Regierung macht Ernst beim Thema Protektionismus. Als erste deutsche Firmen sind die Stahlkocher der Salzgitter AG und der Dillinger Hütte betroffen. Beide Unternehmen sollen Strafzölle zahlen. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) fordert einen Gegenschlag der EU-Kommission: Das erste Kapitel im Drehbuch für einen Handelskrieg ist aufgeschlagen.

US-Präsident Donald Trump wollte am Freitag einen Erlass unterzeichnen, mit dem sämtliche Handelsbeziehungen der USA auf Schieflagen untersucht werden. Im Fokus stehen die Länder, zu denen die Vereinigten Staaten ein großes Handelsdefizit haben – das ist zuallererst China. Doch Trump hat auch schon mehrfach kritisiert, dass der relativ schwache Euro im Verhältnis zum Dollar es deutschen Firmen leicht mache, ihre Produkte in den USA zu verkaufen. Wo es künftig langgehen soll, macht die US-Regierung schon einmal bei der Stahlbranche deutlich. Das hat hochgradig symbolischen Charakter, denn die Stahlindustrie steht für die Branchen, die Trump wieder stark machen und deshalb vor angeblich unfairen ausländischen Konkurrenten schützen will.

Stahl unter „fairen Wert“ importiert

Im konkreten Fall hat sich das Handelsministerium ausgewählte Stahlimporte im Jahr 2015 mit einem Gesamtwert von 732 Millionen Dollar genauer angeschaut. Mit 196 Millionen Dollar kam der größte Anteil aus Deutschland. Der Salzgitter AG und der Dillinger Hütte wird dabei vorgeworfen, Stahl mit 5,4 Prozent beziehungsweise knapp 23 Prozent unter dem „fairen Wert“ importiert zu haben – so das vorläufige Resultat der Untersuchungen. Auf Basis...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen