Deutscher Botschafter ruft zu rascher Hilfe für Indien auf

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Covid-19-Patienten in Neu Delhi

Angesichts der dramatischen Corona-Infektionslage in Indien hat der deutsche Botschafter in Neu Delhi, Walter Lindner, zur Solidarität mit dem Subkontinent und zur raschen Bereitstellung von Hilfen aufgerufen. "Indien braucht jetzt vor allem Sauerstoff und Atemgeräte. Und dann natürlich Masken und Medikamente", sagte Lindner dem Bonner "General-Anzeiger" (Mittwochsausgabe). Den Kampf gegen das Coronavirus bezeichnete Lindner als "Wettlauf gegen die Zeit".

Lindner sprach von "Situationen, wo Menschen auf den Straßen vor den Krankenhäusern ersticken, weil sie abgewiesen wurden, auch weil aktuell zu wenig medizinischer Sauerstoff verfügbar ist". Wenn die Bundeswehr eine mobile Anlage zur Herstellung von Sauerstoff per Lufttransport nach Indien brächte, was derzeit geprüft werde, "könnten Hunderte Menschen permanent mit Sauerstoff versorgt werden", betonte er.

Nach Angaben des Diplomaten halten sich derzeit noch "einige Tausend" Deutsche in Indien auf, darunter vor allem Geschäftsleute. Viele Bundesbürger seien ausgereist, "weil ihnen der Verbleib im Land zu gefährlich erschien, weil das Gesundheitssystem kollabiert".

isd