Deutscher Ex-Terrorist Klein belastet Carlos in Prozess um Anschlag in Paris

Carlos bei einem Prozess im Jahr 2013

Das frühere Mitglied der Revolutionären Zellen, Hans-Joachim Klein, hat den Terroristen Carlos im Prozess um einen Anschlag in Paris vor 40 Jahren schwer belastet. Klein sagte am Donnerstag vor dem Sondertribunal in der französischen Hauptstadt, Carlos habe ihm gegenüber die Tat mit zwei Toten und 34 Verletzten zugegeben.

Klein ist einer der Schlüsselzeugen in dem Prozess. Der 69-Jährige sagte, Carlos habe ihm Jahre nach der Attacke in Paris von der Tat erzählt. Er habe ihm berichtet, dass er im September 1974 eine tödliche Granate in das Luxuskaufhaus "Drugstore Publicis" auf dem bekannten Boulevard Saint-Germain geschleudert habe. Ziel sei es gewesen, die Freilassung eines japanischen Terroristen zu erreichen.

"Meiner Meinung nach ist Carlos ein Massenmörder", sagte Klein. Der Deutsche hatte in den 70er Jahren unter dem Kommando des Venezolaners Carlos an mehreren bewaffneten Überfällen teilgenommen, unter anderem an der Geiselnahme bei der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) in Wien 1975. Später sagte sich Klein vom Terrorismus los und lebte bis zu seiner Verhaftung 1998 im Untergrund in Frankreich. 2001 wurde er in Deutschland zu neun Jahren Haft verurteilt, aber bereits 2003 entlassen.

Dem heute 67-jährigen Carlos droht lebenslange Haft. Allerdings wurde er in der Vergangenheit in Frankreich wegen anderer Morde und Anschläge bereits zweimal zu lebenslänglich verurteilt.

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