Deutsches Weltraum-Gewächshaus für Testlauf in Antarktis eingetroffen

DLR-Experte Paul Zabel an einem Modell des Gewächshauses

Das von deutschen Forschern entwickelte Eden-ISS-Gewächshaus für den Lebensmittelanbau im Weltall ist in der Antarktis angekommen. Wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Donnerstag mitteilte, erreichte der Spezialcontainer an Bord eines Forschungsschiffs Eiskante. Von dort wurde er zur Polarstation Neumayer III geschleppt. Dort wird er nun für einen mehrmonatigen Testlauf unter extremsten Umweltbedingungen eingerichtet.

Das Eden-ISS-Gewächshaus ist eine von der Außenwelt unabhängige Anlage, in der Obst und Gemüse bei künstlichem Speziallicht ohne Erde steril angebaut werden. Die Wurzeln der Pflanzen werden computergesteuert mit einer Nährlösung besprüht, Wasser und Luft zirkulieren in einem geschlossenen Kreislauf und werden den Pflanzen immer wieder neu zugeführt.

Das vom DLR gebaute Hightechmodul dient als Pilotprojekt zur Erforschung des Nutzpflanzenanbaus unter extremen Bedingungen wie in Wüsten oder Polargebieten sowie perspektivisch auch für einen Einsatz bei längeren Weltraummissionen - etwa bei bemannten Flügen zum Mars. Es wurde zuvor beim DLR in Bremen ausgiebig getestet. Wenn der Aufbau planmäßig läuft, könnten Ende März die ersten Salatköpfe und Radieschen geerntet werden.

Das Gewächshaus wird neben der deutschen Forschungsstation Neumayer III errichtet, die vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) betrieben wird. In einer Art Härtetest soll sie sich während des antarktischen Polarwinters mehrere Monate lang bewähren. Zwischen Ende Mai und Ende Juli schafft es dort die Sonne nicht über den Horizont, die Temperaturen fallen auf unter minus 40 Grad Celsius. DLR-Experte Paul Zabel betreut das Modul.

Die Ernte aus dem Spezialgewächshaus soll in dieser Zeit den Speiseplan der Überwinterungscrew der Station bereichern. Im Polarwinter gibt es dort üblicherweise keine frischen Lebensmittel, weil Versorgungsflüge nicht möglich sind. Die Experten von DLR und AWI interessieren sich dabei auch für die psychologischen Effekte, die dies auf das Befinden der Bewohner hat. Dieser Aspekt ist Teil des Forschungsprojekts.

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