Deutschland bezieht mehr Erdöl aus Kasachstan - Verträge kurz vor Abschluss

Die Großraffinerie im brandenburgischen Schwedt soll künftig mit Öl aus der früheren Sowjetrepublik Kasachstan beliefert werden. Das Bundeswirtschaftsministerium teilte am Montag mit, dass die Vertragsverhandlungen mit dem zentralasiatischen Land "auf einem sehr guten Weg sind und dass es zu einem Abschluss kommen wird". Es seien bereits Pipeline-Durchleitungen für kasachisches Öl angemeldet worden, sagte eine Ministeriumssprecherin. Weitere Details wollte sie nicht nennen - sie verwies darauf, dass die Verhandlungen von Privatunternehmen geführt würden.

Die PCK-Raffinerie in Schwedt arbeitete bislang vor allem mit russischem Öl. Um den Großbetrieb auch ohne Öl aus Russland auszulasten, wird seit Monaten nach Alternativen gesucht. Die Ministeriumssprecherin sagte, dass die Raffinerie mit den anvisierten Öllieferungen zu etwa 70 Prozent ausgelastet sein würde. Damit sei die Versorgungssicherheit gewährleistet. Eine Raffinerie sei "nie zu hundert Prozent ausgelastet", fügte sie hinzu.

Die Sprecherin verwies darauf, dass die Bundesregierung die Vertragsverhandlungen mit Kasachstan "politisch flankiert" habe. Eine Delegation des Ministeriums sei in Kasachstan gewesen, und es habe auch Gespräche auch auf Ministerebene gegeben.

Die ehemalige Sowjetrepublik Kasachstan ist einer der größten Ölproduzenten Zentralasiens. Das Ölgeschäft trug 2020 mehr als 20 Prozent zum Bruttosozialprodukt des autoritär geführten Staates bei. Das größte kasachische Ölfeld Tengiz gehört zu 50 Prozent dem US-Konzern Chevron.

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