Deutschland will angeblich mit zwölf Prozent bei EADS einsteigen

Berlin/Düsseldorf (dapd). Deutschland steht vor dem direkten Einstieg beim europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS. Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtet, will die Bundesrepublik künftig zwölf Prozent der EADS (Euronext: EAD.NX - Nachrichten) -Anteile halten. "Die Bundesregierung hat entschieden, dass die KfW Anteile in einer noch endgültig zu bestimmenden Höhe übernehmen soll" sagte ein Regierungssprecher am Dienstag auf dapd-Anfrage. Hierfür sei "entsprechende Vorsorge im Bundeshaushalt getroffen". Die KfW ist eine staatliche Bank.

Bis zum Jahresende wird Deutschland laut Zeitung zwölf Prozent der Aktien von EADS übernehmen. Weitere zwölf Prozent sollen von Frankreich und 5,5 Prozent von Spanien kontrolliert werden. Darauf hätten sich die Länder geeinigt.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) habe der staatseigenen KfW-Bank bereits eine Vollmacht zum Erwerb von EADS-Aktien erteilt. Eine Ministeriumssprecherin sagte dazu, der Anteilserwerb sei "vom Parlament beschlossen". Dazu fänden intensive Gespräche statt.

Hintergrund des Einstiegs ist die Absicht des EADS-Mitgründers Daimler, sein Aktienpaket zu verkleinern. In Deutschland liegen 15 Prozent der EADS-Aktien bei Daimler (Xetra: 710000 - Nachrichten) und 7,5 Prozent bei Banken, insgesamt 22,5 Prozent. In Frankreich hält der Staat 15 und die Lagardère (Paris: FR0000130213 - Nachrichten) -Unternehmensgruppe 7,5 Prozent und damit ebenfalls 22,5 Prozent.

dapd

Quizaction