Deutschstunde: Im Märzen der Bauer die Rösslein anspannt

Peter Schmachthagen schreibt wöchentlich über die Tücken der deutschen Sprache

Wenden wir uns heute der Beugung der Monatsnamen zu. Das Wort Monat kommt vom Mond, angelehnt an die germanische Zeitbestimmung des Monats nach den zwölf Mondphasen im Jahr. Die Namen, wie sie im Kalender stehen, waren in Deutschland nicht immer üblich, und regional sind sie es teilweise bis jetzt noch nicht. Sicher haben Sie schon einmal die Bezeichnung Hartung gehört, die den Eismond oder den Jänner, wie er in Österreich weiterhin heißt, beschreibt. Eigentlich ist der Name Eismond viel anschaulicher als der Januar, der von den Römern übernommen worden ist. Seit 153 v. Chr. wurde in Rom das Jahr nicht mehr von März bis Februar, sondern von Januar bis Dezember gezählt, und Janus, der Gott der Türen und Tore, stand Pate für den "Eingangsmonat" des neuen Jahres. Der Mai war der Wonnemond, was sich bis heute in der etwas abgegriffenen Bezeichnung Wonnemonat Mai erhalten hat.

Die Monatsnamen, wie wir sie kennen, werden stark flektiert. Eine so klare Aussage ist in der deutschen Grammatik stets gewagt, denn es gibt Besonderheiten. Dass das Dativ-e wegfällt, überrascht nicht. Man sagt im Januar und seit Grimmelshausen nicht mehr "im Januare". Auch die Genitiv-Endung ist so gut wie verschwunden, wenn auch nicht unbedingt falsch. Man hört im Allgemeinen "die kalten Tage des Januar" oder "die Hitze des Juni" und nicht "des Januars" oder "des Junis". Wer besonders konservativ formuliert, der darf das Genitiv-s natürlich setzen. Tritt jedoch das Tagesdatum hinzu, sollte das -s immer wegb...

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