Deutschstunde: Sobald die Kekse auf den Keks gehen …

Ob es sich nun um seine Kinder handelt oder um die Schäfchen beim Einschlafen: Zum Zählen braucht man Zahlen.

Jedes Kind kennt das Krümelmonster aus der "Sesamstraße", die große Puppe mit blauem Fell und rollenden Augen, die immer Hunger hat und während ihres Auftritts eine Unmenge Kekse verschlingt, wobei die Krümel über die Bühne spritzen. Allerdings melden sich an dieser Stelle immer wieder einige übergenaue Pädagogen, die strafend den Zeigefinger heben und erklären, das Krümelmonster esse keine "Kekse", sondern Keks. Obwohl sie den Nachwuchs vor dem Bildschirm damit etymologisch überfordern, haben sie recht – oder sagen wir: Sie haben auch recht. Der Keks kann ebenfalls das Keks heißen, den Genitiv mit des Keks oder des Kekses bilden und im Plural als die Kekse oder die Keks auftauchen.

Das erinnert mich an den Hilferuf einer Leserin, die ihrem "Krümelmonster", ihrem Lebensabschnittspartner, strahlend mitteilte, sie habe Kekse gebacken. Dieser kokettierte mit seiner angemaßten intellektuellen Überlegenheit und erklärte seiner Freundin, sie könne selbst in der Mehrzahl nur Keks gebacken haben. Bevor die beiden sich so auf den Keks gingen, dass sie sich gegenseitig bezichtigten, einen am Keks zu haben, sah ich mich gezwungen, die Auflösung zu liefern.

Die Bezeichnung für das trockene Kleingebäck wurde um 1900 aus dem Englischen als cake (Kuchen) übernommen, und der englische Plural lautet ­cakes. Offenbar schmeckte dieses Gebäck den Deutschen lange vor der Geburt des Krümelmonsters so gut, dass die Herkunft der Bezeichnung in Vergessenheit geriet und man dieses Fremdwort eindeutschte...

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