Deutschstunde: Der Vater zählt die Häupter seiner Lieben

Es geht um ein Kirchenamt, das gutes Einkommen verspricht, das aber seine Tücken bei der Mehrzahlbildung hat.

Wir zählen eins, zwei, drei und so weiter bis zur Million oder noch höher, wir zählen imaginäre Schäfchen beim Einschlafen und werden von Schaf zu Schaf immer wacher, und früher, als noch reichlich Kinder auf die Welt kamen, zählte der Vater die Häupter seiner Lieben, und sieh!, statt sechse waren es sieben (ganz frei nach Schiller).

Wir zählen die Reihe der Grundzahlen hinauf, die fachsprachlich Kardinalzahlen heißen. Kinder erscheinen in der Mehrzahl, im Plural, wenn wir zwei Kinder vor uns stehen sehen. Läuft aber ein Steppke von den beiden weg, haben wir es nur noch mit "eins" Kind zu tun. Mit eins? Mitnichten! Natürlich handelt es sich um ein Kind! Die zweite Kardinalzahl (nach der Null), die Eins, hat ein "s" verloren.

Wann benutzen wir das Numerale (Zahlwort) ein, wann eins? Wenn die Zahl 1 allein steht, wird eins verwendet, das aus dem Neutrum eines hervorgegangen ist: Die Uhr schlägt eins. Dabei bleibt es auch, wenn hundert-, tausend- usw. vorangeht: hunderteins Salutschüsse, tausendeins Weizenkörner. Man kann die Wörter zwar verlängern, muss das aber nicht tun und sollte es an dieser Stelle vielleicht auch nicht tun: hundert[und]eins Schüsse. Hierbei wird das Zahlwort nicht flektiert. Hunderteins Salutschüsse wurden abgefeuert; mit hunderteins Salutschüssen begrüßte man den Thronfolger.

Falls Sie sich nun kopfschüttelnd fragen, mit welch banalen Regeln ich Ihre Zeit stehle, darf ich darauf hinweisen, dass so einfach die Lösung nun doch nicht ist. Mit einer vorangehende...

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