DHB irritiert über Schwarzer-Aussagen

Der Deutsche Handballbund (DHB) hat mit Unverständnis auf die Kritik von Ex-Weltmeister Christian Schwarzer an Schiedsrichterinnen im Männerbereich reagiert. "Die meisten wissen, dass Christian Schwarzer in den letzten Jahren nicht häufig meiner Meinung war. Das setzt sich heute fort. Ich bin natürlich anderer Meinung. Selbstverständlich ist entscheidend, wie gut die Gespanne Spiele leiten können", sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer am Samstag in Kattowitz.

Der 53-jährige Schwarzer hatte zuvor die Nominierung von Schiedsrichterinnen für die Männer-WM in Polen und Schweden (bis 29. Januar) moniert. "Keine Ahnung, wie man da auf die Idee gekommen ist, Frauen bei den Männern pfeifen zu lassen", hatte der Weltmeister von 2007 im Podcast "Erhellendes von Blacky Schwarzer" gesagt. In seiner aktiven Karriere habe er Schiedsrichterinnen auf dem Feld "auf gar keinen Fall" vermisst: "Ich hätte es nicht gemacht: Die können bei den Frauen pfeifen - und Männer pfeifen bei den Männern, aber das ist jetzt meine Einstellung dazu - und es entscheiden andere Leute drüber."

Kromer und auch DHB-Kapitän Johannes Golla nahmen die Äußerungen überrascht zur Kenntnis. "Es macht für mich überhaupt keinen Unterschied, wer die Spiele leitet. Mit den beiden Frauen Maike Merz und Tanja Kuttler etwa ist es immer eine sehr angenehme Kommunikation auf dem Feld, sie gehen sehr respektvoll den Spielern um. Das wünscht man sich von jedem Schiedsrichter-Gespann", sagte Golla.

Merz/Kuttler wurden als erstes weibliches Gespann aus Deutschland für eine WM-Endrunde nominiert. Bei der Partie Kap Verde gegen Uruguay (33:25) am Donnerstagabend leiteten mit dem Geschwister-Duo zum ersten Mal in der WM-Geschichte zwei deutsche Schiedsrichterinnen bei einer Männer-Endrunde ein Spiel - und verdienten sich Bestnoten.

"Sie haben wirklich toll gepfiffen. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass es ihre WM-Premiere bei den Männern war und dass es gleich ein sehr entscheidendes Spiel in der Gruppe war", hatte Deutschlands langjähriger Spitzen-Referee Lars Geipel im SID-Gespräch gelobt.