Familienmörder wird durch vier seiner Gesten überführt

·Lesedauer: 4 Min.

Im August 2018 brachte Chris Watts seine Frau und seine beiden Töchter um. Zuerst mimte er den besorgten Ehemann und Vater, der seine seine Familie zurück möchte, doch durch vier Gesten hat er sich als Mörder enttarnt.

Chris Watts mit seiner Frau Shanann und ihren beiden Töchtern. (Bild: CBS News)
Chris Watts mit seiner Frau Shanann und ihren beiden Töchtern. (Bild: CBS News)

Im August 2018 tötete ChrisWatts (35) seine schwangere Frau Shanann in ihrem gemeinsamen Haus in Frederick im US-Bundesstaat Colorado und legte ihre Leiche in seinen Pickup-Truck.

Dann nahm er seine zwei Töchter, Bella (4) und Celeste (3), und fuhr mit ihnen zu einer abgelegenen Baustelle des Ölkonzerns Anadarko Petroleum, für den er arbeitete, und vergrub Shananns Leiche in einem flachen Grab. Danach erstickte er seine beiden Töchter und warf ihre Leichen in Öltanks.

Der verstörende Fall machte vor drei Jahren weltweit Schlagzeilen. Nun gibt es eine neue Dokumentation von Discovery+ mit dem Titel "Chris Watts: A Faking It Special", die den Fall nochmal genauer beleuchtet.

Experte: Mörder zeigt "Ausdruck der Freude"

Die Dokumentation konzentriert sich dabei auf einige Aufnahmen, die direkt nach dem Verschwinden der Familie gemacht wurden. Watts sagte damals, er hoffe auf die Rückkehr seiner Familie, obwohl er insgeheim wusste, dass ihr Blut bereits an seinen Händen klebte.

Ein Experte für Körpersprache behauptete, es habe vier Gesten gegeben, die angezeigt hätten, dass Chris Watts die Wahrheit verschwieg, als er um die sichere Rückkehr seiner Familie flehte.

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Laut Dr. Lansley, schien Watts, während er um die Rückkehr seiner Familie bittet, einen "Ausdruck der Freude" zu zeigen.

"Wenn man sich Watt’s Gesichtsausdruck etwas genauer ansieht und heranzoomt, dann sieht man links den Ausgangszustand", erklärte er.

Ein Experte für Körpersprache hat verraten, welcher Gesichtsausdruck bewies, dass Chris Watts schuldig ist. (Bild: Discovery+)
Ein Experte für Körpersprache hat verraten, welcher Gesichtsausdruck bewies, dass Chris Watts schuldig ist. (Bild: Discovery+)

"Dies ist Watts‘ normales Gesicht während der nicht-emotionalen Teile des Interviews. Aber rechts, wenn er sagt 'Ich möchte sie einfach nur zurückhaben' – hier spricht er über seine Frau und seine Kinder – erkennt man, wie die Ecken der Lippen angehoben und die Augen kleiner sind“, so der Körpersprachen-Experte.

"Seine Wangen sind angehoben. Diese Kombination dieser zwei Muskeln sind ein Indikator echter Freude."

Mörder verriet sich durch vier Gesten

Dr. Lansley sagte zudem, ein weiteres Indiz dafür, dass Watts mehr wusste, als er sich anmerken ließ, war sein Blick nach unten, während er seine Frau und seine Töchter anflehte, nach Hause zu kommen.

"Während er dies sagt, streckt er die linke Hand aus – ein Handzucken – gegen den Uhrzeigersinn", erklärte er in der Dokumentation.

"Ein einzelnes Handzucken ist für einen Verhaltensanalytiker nicht genug, um sich darauf zu verlassen. Aber dann schließt er auch noch seine Augen für eine ganze Sekunde und man sieht ein leichtes 'Nein'-Kopfschütteln, wenn er die Behauptung aufstellt, er wolle sie zurück.“

"Wir haben ein Cluster von vier Verhaltensweisen, die besagen, dass es nichts in dieser Aussage gibt, dem man vertrauen kann, weil sie nicht wahr ist."

Die Angst des Mörders beim Betrachten von Videomaterial

Ein mit einer Bodycam der Polizei gemachtes Video zeigte auch, wie angespannt Watts war, als man ihm zentrale Aufnahmen einer Überwachungskamera vorspielte.

Watts, Nachbar Nate Trinastich und ein Polizeibeamter schauen sich Aufnahmen einer Überwachungs-kamera an, um herauszufinden, was in der Nacht passierte, als Shanann und ihre Töchter verschwanden.

Watts wirkt unruhig und nervös als die drei Männer zusammen die Aufnahmen durchgehen.

Die Aufnahmen stammen von Trinastichs Einfahrt und zeigen, dass Watts an einer anderen Stelle parkt als üblich. Und dann sieht man wie Watts um 5:17 Uhr morgens rückwärts in die Einfahrt fährt und scheinbar etwas ins Auto einlädt.

Watts (links) sah auf den Bodycam-Aufnahmen der Polizei
Watts (links) sah auf den Bodycam-Aufnahmen der Polizei "ängstlich" aus. (Bild: Netflix)

Watts erklärte, er parke normalerweise auf der Straße, weil es einfacher sei "alles mit all den Werkzeugen zu schleppen, die [er] mitbringen musste".

Dr. Langsley erklärte in der Dokumentation, es sei klar, dass Watts ängstlich gewesen sei, als er die Aufnahmen sah. "Wir haben das Schwanken, wir haben das beidhändige Handzucken und wir haben einen Lautstärkeabfall", sagte er.

"Das Schwanken zeigt Angst, also ist da Angst im Spiel. Er macht eine bekräftigende Behauptung, sie sei noch dagewesen, als er um 5:15 Uhr ins Haus kam, aber seine Hände machen eine kleine Geste."

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"Die kleine Handbewegung, die Rotation, das ist es, was wir ein beidseitiges Händezucken nennen. Diese ist Teil der vollständigen Geste 'Ich habe kein Vertrauen in das, was ich gerade gesagt habe'."

Später gestand Watts den Mord an seiner Frau und seinen Kindern und erklärte, er habe eine andere Frau kennengelernt und eine Affäre mit dieser gehabt. Dies war auch die Grundlage für die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen ihn.

Watts verbüßt derzeit eine lebenslange Haftstrafe.

Olivia Lambert

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