Die andere Drachenmutter: Das ist die deutsche Stimme von Daenerys aus "Game of Thrones"

Deutsche “Game of Thrones”-Fans kennen Gabrielle Pietermann sehr gut. Vielleicht nicht ihren Namen und auch nicht ihr Gesicht, aber definitiv ihre Stimme. Denn die leiht sie in der deutschen Synchronisation Emilia Clarke alias Daenerys Targaryen.

So sieht sie aus, die Drachenmutter, gespielt von Emilia Clarke - für deutsche Zuschauer gibt es aber noch eine zweite "Darstellerin", die man nicht zu sehen bekommt (Bild: ddp images)

Wer sich “Game of Thrones” in der deutschen Synchon-Fassung ansieht, bekommt bei Daenerys Targaryen zwar Emilia Clarke zu sehen, aber Gabrielle Pietermann zu hören. Die Synchronsprecherin ist die deutsche Stimme der Drachenmutter.

Schon seit Kindertagen übt sie diesen Beruf aus. Fantasy-Fans kennen sie also vielleicht schon als Hermine aus “Harry Potter”, denn auch Emma Watson leiht sie ihre Stimme, wie auch Selena Gomez. Wirklich kennengelernt hat sie die Stars, die sie hierzulande stimmlich vertritt, nicht. Emilia Clarke ist sie nur einmal bei einer Premiere zum “kurz Guten Tag sagen” über den Weg gelaufen, wie sie dem “RND” sagte. Für sie ein schöner Moment, für Clarke wohl keine große Sache. “Man darf nicht vergessen, dass sie auch noch eine französische Stimme hat, eine italienische, eine spanische …“,

Je beliebter die Serie, desto schwieriger die Arbeit

Die Arbeit bei “Game of Thrones” brachte ihre Tücken mit sich, und zwar nicht nur, weil Gabrielle Pietermann nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Dothraki synchronisieren musste. Bei Blockbustern oder besonders beliebten Kult-Serien, wie “Game of Thrones” sie eine ist, herrscht außerdem strengste Geheimhaltung. Dies bringt allerlei Sicherheitsmaßnahmen mit sich, die mit wachsender Beliebtheit und Leak-Gefahr zunahmen. So bekommen die Synchronsprecher die Szenen erst kurz vor den Aufnahmen zugespielt und haben nur sehr kurze Zeit, sich vorzubereiten.

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Außerdem kann es sein, dass das Bild, das die Sprecher als Referenz benötigen, mit Wasserzeichen übersäht ist oder nur in Schwarz-Weiß eingespielt wird. “Wenn es ganz krass läuft wird mit Rotoskop gearbeitet. Das bedeutet, das ganze Bild ist schwarz und wir sehen nur den Kopf des Schauspielers”, erklärt Pietermann dem Online-Magazin “bento” in deren Podcast. “Die Steigerung ist, dass du nur den Mund des Schauspielers siehst.” Oft wusste sie also nicht einmal, mit wem Daenerys gerade spricht, wenn sie ihr die Stimme lieh.

Von “Game of Thrones” leben kann sie nicht

Ihren Job genießt sie dennoch, gerade weil sie durch ihren Beruf so ein Schattendasein inmitten einer weltweit bekannten Kult-Serie führt. “Ich darf an tollen, internationalen Produktionen teilnehmen, aber niemand kennt mein Gesicht, und niemand würde auf der Straße auf die Idee kommen, mich anzusprechen.”

Große finanzielle Sprünge machen Synchronsprecher jedoch auch bei derartig hochdotierten Projekten nicht. Während Emilia Clarke sich irgendwann zu 500.000 Dollar (rund 450.000 Euro) pro Folge hochgearbeitet hatte, könnte Gabrielle Pietermann nicht allein von ihrem Serien-Job leben. Laut “gehaltsvergleich.com” verdient ein Synchronsprecher zwischen 2 und 4 Euro pro Take. Ein Spielfilm benötigt je nach Länge 600 bis 800 Takes, was rund 1.200 bis 3.200 Euro pro Film ergibt - bei Serienfolgen entsprechend weniger.

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Allerdings arbeitet sie auch weit weniger als Clarke, die über Monate hinweg tage- oder nächtelang am Set ausharren musste. “Die Synchronarbeit geht wesentlich schneller, als das Ganze zu drehen. ‘Game of Thrones’ oder auch ‘Harry Potter’ waren für uns Sprecher nur ein paar wenige Tage Arbeit“, erklärt Pietermann dem “RND”. Zusätzliche Gagen verdient sie sich mit Hörbüchern oder Werbespots. “Überall, wo Stimmen gebraucht werden, bin ich einsatzbereit.“