Die Dasslers: Mein Bruder der Feind

Screenshot ARD

Der ARD-Zweiteiler über die Gründer von Adidas und Puma zeigt, wie aus Brüdern Feinde und aus einer kleinen Schusterwerkstatt deutsche Sportschuhgeschichte wurden.

Natürlich darf über Ostern ein bisschen Pathos und Zeitgeschichte im Fernsehen nicht fehlen. Was passt das besser als ein Zweiteiler über eines der berühmtesten deutschen Brüderpaare: Die Gebrüder Dassler und Gründer von Adidas und Puma, Turnschuh-Genies und später erbitterte Konkurrenten.

„Die Dasslers – Pioniere, Brüder und Rivalen“ beginnt mit einer Szene die Bände spricht: Vor dem Anpfiff eines Fußballspiels der deutschen Nationalmannschaft während der Weltmeisterschaft 1974 prüft Adi Dassler die Stollen der Fußballschuhe. Da wird er zum Telefon gerufen und erfährt, dass sein Bruder Rudi schwer krank ist. Er sagt: „Wir haben seit 26 Jahren nicht miteinander geredet, er braucht keinen Bruder, sondern einen Arzt.”

Von hier aus nimmt der Rückblick auf eine Feindschaft ihren Lauf, die sicherlich dazu beigetragen hat, dass zwei der Turnschuhriesen der Welt aus Deutschland, oder besser Herzogenaurach stammen. Bis zum Ende standen sich die Brüder Dassler, die gemeinsam das Unternehmen „Gebrüder Dassler Schuhfabrik“ aus der Schuhwerkstatt ihres Vaters heraus gegründet hatten, verbittert gegenüber.

Auch wenn die Dramaturgie so vorhersehbar ist, wie der Ostersegen, ist der Film doch lohnenswert. Vor allem weil die beiden Hauptdarsteller Christian Friedel (Adi) und Hanno Koffler (Rudi) überzeugen. Koffler als draufgängerischer Frauenheld und Verkäufer und Friedel als tüftelnder Schuhnerd zanken und lieben sich durch den insgesamt dreistündigen Film, der erstaunlich nah an der Realität bleibt.   

Etwa, als die Brüder Dassler zu den Olympischen Spielen 1936 in Berlin nicht nur die deutsche Mannschaft mit Schuhen ausrüsten, sondern auch den amerikanischen Athleten und vierfachen Goldmedaillen-Gewinner Jesse Owen. Das brachte der Marke den internationalen Durchbruch, lief die Brüder aber bei der NSDAP in Ungunst fallen, der sie schon 1933 beigetreten waren, um ihre Fabrik zu retten.

Doch es sind nicht die Nazis und der Krieg, die die Brüder auseinander treiben. Vielmehr fühlt sich Rudi zunehmend ungerecht behandelt, während sein stiller Bruder vor allem eigene Interessen verfolgt. Als Rudi dann 1943 zum Wehrdienst eingezogen wird, führt Adi den Betrieb weiter, der mittlerweile Gasmasken und Soldatenstiefel herstellen muss. Doch nach Rudis Rückkehr ist nichts mehr wie zuvor.
Der zweite Teil von „Die Dasslers – Pioniere, Brüder und Rivalen“ läuft Ostersamstag um 20.15 Uhr in der ARD.

Foto: Screenshot ARD

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