Die "Ratten der Lüfte": Das Mysterium um ihre Babys

·Freie Autorin
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Tauben scheinen, vor allem in Großstädten, überall zu sein. Zumindest die ausgewachsenen Vögel – denn ihr Nachwuchs ist nicht zu sehen.

Vor allem in Innenstädten sind Tauben nicht gern gesehen (Symbolbild: Getty Images)
Vor allem in Innenstädten sind Tauben nicht gern gesehen (Symbolbild: Getty Images)

Tauben haben keinen besonders guten Ruf, oft werden sie gar als "Ratten der Lüfte" beschimpft. Wenn man in Großstädten durch die Fußgängerzone spaziert, kommt man diesem Anblick nicht vorbei: Zahlreiche Tauben tummeln sich meist in Gruppen auf dem Asphalt, flattern um die Spaziergänger herum und machen sich mit ihrem charakteristischen ruckelnden Gang auf die Suche nach Futter. Doch bei diesen Tauben-Ansammlungen sieht man immer nur ausgewachsene Tiere – oder haben Sie schon mal eine Baby-Taube gesehen? 

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Das erstaunt, schließlich sieht man den Nachwuchs anderer Vögel durchaus in freier Wildbahn, zum Beispiel Entenküken, die mit ihrer Mutter am See entlangwatscheln. Bei der enormen Menge an Tauben ist klar, dass es auch viel Nachwuchs geben muss – doch wo wird dieser versteckt, und warum?"bbc.com" startete eine Umfrage, bei der unter den Usern über das Mysterium um die Baby-Tauben "gefachsimpelt" wurde.  

Ein Teilnehmer hatte wohl schon Tauben-Babys gesehen und empfand sie als "hässlich", daher sei es nicht weiter schlimm, dass man sie nie zu Gesicht bekomme, wie er meinte. Doch das liegt erstens im Auge des Betrachters und erklärt zweitens nicht, warum man sie nie sieht.

Close-up shot of the newborn pigeon bird with an egg on the nest.
So sieht der Nachwuchs von Tauben aus (Bild: Getty Images)

Tauben sind echte "Nesthocker"

Die Tauben, die unsere Städte besiedeln (Stadttauben), stammen von Felsentauben ab, wie auf "bbc.com" erklärt wird. Bei diesen ist es demnach ganz normal, den Nestbau sehr versteckt zu gestalten. Die Nester sind unauffällig und oft an Orten gebaut, die kaum zu erreichen sind, wie schwer zugängliche Felsen. In Städten wählen Tauben für ihre Nester beispielsweise Kirchtürme oder verlassene Gebäude. Schon deshalb bekommt man die Baby-Tauben kaum zu Gesicht. Doch das liegt nicht nur an ihren guten Verstecken. 

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Die frisch geschlüpften Tauben scheinen es außerdem einfach nicht eilig zu haben, das Nest zu verlassen und sich der Welt zu präsentieren, sind also – wie viele Singvögel – echte "Nesthocker". Mehr als 40 Tage bleiben sie im Nest, fast doppelt so lang wie andere Vögel. Die fett- und proteinreiche Ernährung, die ihre Eltern ihnen in dieser Zeit zukommen lassen, sorgt dafür, dass die Küken nach diesen 40 Tagen quasi ausgewachsen sind und von den älteren, erwachsenen Tauben kaum mehr zu unterscheiden sind. Nur an kleinen Details kann man jüngere Tauben als solche erkennen: Sie haben ein kürzeres, glanzloses Gefieder und schwarze statt orange Augen. In einer Ansammlung von Tauben erkennt man sie aber nicht sofort als Jungtiere. 

The wild duck with seven small fluffy ducklings swiming in a pond in spring
Enten sind Nestflüchter (Symbolbild: Getty Images)

Im Gegensatz dazu stehen die sogenannten "Nestflüchter", wie beispielsweise Enten. Hier gehen die Küken schon bald nach der Geburt unter Aufsicht der Alttiere auf Entdeckungsreise und verlassen das Nest – und sind dabei deutlich als "Babys" zu erkennen.

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