Die Sommerzeit beginnt - Uhren werden vorgestellt

Am Sonntag werden die Uhren um eine Stunde vorgestellt. Foto: Sebastian Willnow

Mit Beginn der Sommerzeit verlieren wir am Sonntag eine Stunde. Genau um 2.00 Uhr werden die Uhren in Deutschland und den meisten anderen europäischen Ländern vorgestellt. Für die technische Umsetzung ist die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig zuständig.

«Uns ist nicht bekannt, dass es dabei schon mal Schwierigkeiten gab. Wir sind aber vorbereitet und gehen davon aus, dass es auch am Sonntag gut geht», sagt PTB-Sprecher Jens Simon. Das Institut betreibt mehrere Atomuhren und kümmert sich auf Grundlage des «Gesetzes über die Einheiten im Messwesen und die Zeitbestimmung» um die technische Umstellung. Die Wissenschaftler sorgen dafür, dass über einen Zeitsender in Mainflingen bei Frankfurt/Main das Signal für Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) gesendet wird.

«Unsere Kollegen haben in der Woche den Sender überprüft. Mehr machen wir nicht», sagt Andreas Bauch, Leiter der Arbeitsgruppe Zeitübertragung bei der PTB. Der Sender mit dem Namen DCF 77 ist bereits für mehrere Jahre vorprogrammiert. Die Nacht muss demnach keiner aus seinem Team im Institut verbringen. Sollte es doch zu Störungen kommen, würden sie entsprechend alarmiert. «Wenn die Technik versagt, wäre das zwar peinlich für uns, ändert aber nichts daran, dass ab Sonntag 3.00 Uhr die Sommerzeit gilt», betont Bauch.

Viele Empfänger des Senders mit einer Reichweite von 2000 Kilometern stellen ohnehin das Signal automatisch um. Dazu gehören die Bahn, Flughäfen und Energieversorger. Zusätzlich wird über das Internet eine koordinierte Weltzeit verbreitet und an Rechnern erfolgt die Umstellung über die Systemsteuerung. «Viele Anwender bekommen also unabhängig von unseren Aussendungen ab 26. März die richtige Zeit», erklärt Bauch. Wand- und Armbanduhren könnten bei einer Panne allerdings die falsche Zeit anzeigen. «Das wäre nicht schön, aber die Zeit geht trotzdem weiter», sagt der Atomphysiker.

Am letzten Sonntag im Oktober wird die Uhr wieder auf die Normalzeit, die Mitteleuropäische Zeit (MEZ), zurückgestellt. Die Zeitumstellung in heutiger Form wurde in Deutschland 1980 eingeführt, ist allerdings umstritten. Eine Mehrheit der Deutschen würde am liebsten nicht mehr länger am Zeiger drehen oder LED-Anzeigen verändern. Eine aktuelle und repräsentative Umfrage von YouGov ergab, dass rund 60 Prozent die Umstellung gern abschaffen würden. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Befragten, die angeben, den Schlafmangel zu spüren, von 39 auf 47 Prozent erhöht.

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