Die Top 3 der Serien-Newcomer des Jahres 2019

Mit der letzten Staffel “Game of Thrones” ist eine der größten Serien unserer Zeit 2019 zu Ende gegangen. Doch dank neuem Serienstoff, dem es nicht an Qualität, Intelligenz, Dimension oder Schockmomenten mangelte, wurde TV-Fans schnell über den Verlust hinweggeholfen. Diese drei haben uns besonders begeistert.

"Watchmen" gehört zu den besten Serien des Jahres (Bild: HBO)

Watchmen

Die wenigsten hatten wohl große Erwartungen an die jüngste “Watchmen”-Adaption. Nicht nur musste sie die übergroßen Fußstapfen der kultigen, cleveren Comic-Vorlage füllen, sondern auch die Erinnerung an die bestenfalls halbgare Verfilmung von 2009 vergessen machen.

Von beidem kämpfte sich die HBO-Verfilmung frei, wie auch wenig subtil die Serie selbst ankündigt: “Komm schon, wo bleibt da die Originalität?” fragt eine Figur, als sie mit einem Handlungsstrang aus den Comics konfrontiert wird. “Nein, wir machen etwas Neues.” Eine gute Entscheidung von Serien-Schöpfer Damon Lindelof, selbst großer Fan der Vorlage.

Nicht nur die Superhelden, auch die Polizei ist maskiert: "Watchmen" ist mit gesellschaftskritischen Elementen gespickt (Bild: HBO)

Das Ergebnis: Eine intelligente, originelle, in die Neuzeit versetzte Geschichte, die die meisten Original-Charaktere in Nebenrollen verbannt und damit eine vollkommen neue Handlung zulässt, die unsere eigene Gesellschaft kritisiert und nicht die des Kalten Krieges. Zentrale Themen sind demnach rechtsextreme Ausschreitungen und Rassismus, die in den USA schon für reichlich Diskussionen gesorgt haben.

Euphoria

Die US-Serie “Euphoria” ritt auf einer Welle an Kontroversen und schockierten Zuschauern daher. Bevor europäische Zuschauer eine Chance hatten, auch nur eine Folge zu sehen, schwappten schon Meldungen aus den USA herüber, die von mehr Nacktheit berichteten, als in “Game of Thrones” (oder jeder anderen Serie) je zu sehen war.

Keine typische Teenager-Serie: "Euphoria" schreckt nicht vor offenem Umgang mit Sex, Selbstverletzung und Sucht zurück (Bild: ddp images)

Wer sich jedoch wirklich auf die Serie einließ und sich von nackten Tatsachen und ungeschönter Darstellung von Sex und Drogenkonsum nicht abschrecken lässt, wird mit einer tiefgründigen Geschichte über verlorene Teenager und ehrlicher Auseinandersetzung mit psychischen Krankheiten, Drogenmissbrauch und Identitätskrisen belohnt. Und mit einer tollen Zendaya, die sich mit der Serie von ihrem Disney-Star-Image löst und als charismatische Charakter-Darstellerin der nächsten Generation empfiehlt.

Chernobyl

Ganz ohne übertriebene Effekthascherei kam der Fünfteiler “Chernobyl” aus. Die war auch gar nicht nötig: Mit kühlen Bildern und pointierten Dialogen erzählt die Serie von den Ereignissen unmittelbar nach der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl und lässt die schockierenden Tatsachen ganz für sich sprechen, die dadurch nicht weniger, sondern umso mehr an die Nieren gehen.

Statt auf unnötige Effekthascherei verließ sich "Chernobyl" auf intelligente Bilder und Dialoge und die erschütternden Tatsachen (Bild: ddp images)

Statt dramatischer CGI-Explosionen stehen hier die Reaktion der sowjetischen Regierung und der zähe Kampf gegen ein Konstrukt aus Lügen und Zensur im Vordergrund. Unterstützt von einer großartigen Besetzung um Jared Harris als Einsatzleiter Waleri Legassow entsteht dadurch eine Mini-Serie, die nicht nur denjenigen unter die Haut geht, die sich an die Katastrophe von 1986 erinnern können.