Dienstag, 23. April 2019: Das müssen Sie heute wissen

Mila Lemke
Freie Autorin
Ein Plakat mit Whistleblowerin Chelsea Manning (l.) und Wikileaks-Gründer Julian Assange (r.): Ein US-Bundesgericht hat  die Beschwerde von Chelsea Manning gegen ihre Beugehaft verworfen – die Wikileaks-Informantin muss weiterhin im Gefängnis bleiben. (Foto: AP Photo/Alastair Grant)

Messerangriff in einem Münchner Hostel, Bekennerschreiben zum Journalisten-Mord in Nordirland und Sri Lanka ruft den Notstand aus: der Überblick über die Nachrichten der Nacht und ein Ausblick auf den Tag.

Tödliches Busunglück in Bolivien 

  • Bus stürzt 300 Meter in Tiefe – mindestens 25 Tote

Bei einem Busunglück in Bolivien sind mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen. Weitere 24 Personen sollen verletzt worden sein. Beim Überholen eines Lkws ist der Bus mit einem anderen Fahrzeug frontal kollidiert und wurde einen dicht bewaldeten und 300 Meter langen Abhang hinunter geschleudert. Dabei hat sich das Dach gelöst. Der Unfall ereignete sich 100 Kilometer nördlich von La Paz, auf einer Landstraße bei der Ortschaft Coroico.

Messerangriff in Münchner Hostel

  • Zwei Gäste in Münchner Hostel mit Messer verletzt 

In einem Münchner Hostel sind zwei Touristen durch Messerstiche schwer verletzt worden. Mehrere Gäste sollen am Montagabend in einen heftigen Streit geraten sein, der dann eskalierte. Die beiden Opfer seien derzeit im Krankenhaus. Einer der beiden Männer schwebt in Lebensgefahr. Die Polizei machte keine weiteren Angaben zu den Hintergründen.

Sri Lankas Regierung ruft Notstand aus

  • Militär und Polizei werden weitreichende Befugnisse erteilt

Nach den Anschlägen vom Ostersonntag mit 290 Toten hat die Regierung in Sri Lanka den Notstand ausgerufen. Polizei und Militär dürfen seit Montagabend Verdächtige ohne richterliche Überprüfung inhaftieren. Bisher sind 24 Verdächtige festgenommen worden. Laut Premierminister Ranil Wickremesinghe stammen alle aus Sri Lanka. Die Regierung hat eine einheimische Islamistengruppe für die Anschläge verantwortlich gemacht. Behörden prüfen derzeit zusammen mit Interpol ob die Gruppe internationale Unterstützung bekam.

 Nordkorea bestätigt Treffen mit Russland

  • Kim Jong Un und Wladimir Putin planen Gipfeltreffen

Kim Jong Un verkündete am Dienstag ein „baldiges“ Gipfeltreffen mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin. Genaue Angaben zum Zeitpunkt und Ort wurden nicht mitgeteilt. Südkoreanische Medien vermuten eine Begegnung am Mittwoch oder Donnerstag in Wladiwostok. Laut russischen Medienangaben geht es aktuell um Zehntausende nordkoreanische Gastarbeiter, die das Land verlassen müssten. Nordkorea steht wegen harschen Sanktionen unter Druck und sucht nach internationaler Unterstützung. Moskau setze sich für eine Lockerung der Sanktionen ein, erwarte im Gegenzug jedoch ein Entgegenkommen beim umstrittenen Atomprogramm.

Neues zu Journalisten-Morden in Nordirland und Bulgarien

  • „Neue IRA“ bekennt sich zum Mord an Journalistin in Nordirland

Die militante Gruppe „Neue IRA“, die ein vereintes Irland anstrebt, hat sich zum Mord an der Journalistin Lyra McKee in Nordirland bekannt. In einem Bekennerschreiben heißt es: „Im Laufe des Angriffs auf den Feind wurde Lyra McKee tragischerweise getötet, während sie neben den feindlichen Kräften stand.“ Man wolle sich beim Partner des Opfers, der Familie und ihren Freunden entschuldigen. Die 29-jährige Journalistin war am Donnerstag bei gewaltsamen Ausschreitungen in Nordirland erschossen worden.

  • 30 Jahre Haft nach Mord an bulgarischer Journalistin

Für den Mord an der bulgarischen Journalistin Viktoria Marinowa, der sich vor einem halben Jahr ereignete, verurteilte ein Gericht in Bulgarien den Täter am Montag zu 30 Jahren Haft. Er hatte die TV-Moderatorin beim Joggen abgefangen, vergewaltigt und ermordet. Laut Staatsanwaltschaft sei nicht der Beruf des Opfers Tatmotiv gewesen, sondern sexuelle Absichten.

Chelsea Manning bleibt in Haft

  • Ein Gericht wies die Berufung der 31-Jährigen gegen ihre Beugehaft zurück

Die Whistleblowerin Chelsea Manning bleibt im Gefängnis. Ein Bundesgericht in Virginia verwarf am Montag eine Beschwerde gegen die Inhaftierung der ehemaligen Geheimdienst-Mitarbeiterin. Im Jahr 2010 hatte Manning Enthüllungen des US-Militärs zu Vergehen im Irak und Afghanistan über die Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlicht. Ein Militärgerichtsverfahren verurteile Manning zu 35 Jahren Haft. Durch einen Gnadenerlass von Barack Obama wurde die Gefangene nach sieben Jahren entlassen. Anfang März wurde Manning erneut festgenommen. Es wird vermutet, dass sich die Justiz Informationen über den in britischer Haft sitzenden Wikileaks-Gründer Julian Assange erhofft.

Faltbares Smartphone: Samsung verschiebt Start

  • Erstes faltbare Smartphone kommt vorerst nicht auf den Markt

Es sollte das erste Gerät auf dem Markt werden, bei dem sich der Bildschirm auf die Größe eines kleinen Tablet-PCs auffalten lässt. Doch wenige Tage vor dem geplanten Termin, gibt es Probleme mit dem Display des Galaxy Fold. Dies soll nun behoben werden. Ursprünglich sollte das Gerät am 3. Mai in Europa auf den Markt kommen. Ein neuer Starttermin wird kommende Woche mitgeteilt.

Kate und William präsentieren neue Fotos von Prinz Louis

  • Zum ersten Geburtstag sind neue Bilder des Prinzen veröffentlicht worden

Herzogin Kate und Prinz William haben auf Instagram neue Fotos von Prinz Louis hochgeladen. Anlass ist der 1. Geburtstag des jüngsten Familienmitglieds. Auf einem der Bilder strahlt der Wonneproppen und zeigt seine zwei neuen Zähne. Fotos von Louis gab es seit einiger Zeit nicht mehr zu sehen.

Dieses Ereignis wird heute wichtig:

Afrikanischer Sondergipfel zu Krisen im Sudan und in Libyen

Die Afrikanische Union (AU) beruft kurzfristig ein Dringlichkeitstreffen ein, um über die anhaltenden Kämpfe in Libyen und die instabile Lage nach dem Militärputsch im Sudan zu beraten. Die Staatsoberhäupter mehrerer afrikanischer Länder werden sich dafür heute in Kairo treffen.

Gewinner des Tages…

…Angelina Jolie und Heiko Maas. Der deutsche Außenminister leitet heute um 16.00 Uhr (MESZ) die UN-Debatte gegen sexuelle Gewalt in Kriegsgebieten. Bereits am Montag veröffentlichte er dazu gemeinsam mit Angelina Jolie, die sich seit vielen Jahren für die UN-Flüchtlingsorganisation UNHCR engagiert, einen Gastbeitrag für die „Washington Post“. In diesem werden Schicksale von vergewaltigten Frauen in Krisenländern aufgezeigt und eine bessere Unterstützung der Opfer sowie effizientere Ermittlungsmöglichkeiten für solche Straftaten gefordert.