Dienstag, 25. Juni 2019: Das müssen Sie heute wissen

Sarah Bioly
Freie Journalistin
Zwei Bundeswehr "Eurofighter"-Kampfflugzeuge kollidierten. Der General Flugsicherheit übernimmt jetzt die Ermittlungen. (Foto: Sean Gallup/Getty Images)

Bundeswehr ermittelt zu „Eurofighter“-Abstürzen, Russland darf wieder im Europarat abstimmen und eine neue Hitzewelle lässt Deutschland schwitzen: der Überblick über die Nachrichten der Nacht und ein Ausblick auf den Tag.

Bundeswehr ermittelt zu „Eurofighter“-Abstürzen

  • Zwei Maschinen kollidierten bei einer Luftkampfübung

Nach dem Absturz von zwei Eurofightern am Montag übernahm der General Flugsicherheit der Bundeswehr die Untersuchungen des Unfalls. Dazu wurde die Zahl der beteiligten Bundeswehrangehörigen, die auch in der Nacht nach Wrackteilen suchte, auf mehr als dreihundert erhöht. In Mecklenburg-Vorpommern waren zwei Kampfflugzeuge bei einer Übung kollidiert, eine Maschine stürzte am Ortsrand des Dorfes Nossentin ab. Den Piloten gelang es zwar, die Schleudersitze zu aktivieren, doch nur einer konnte lebend aus einem Baum geborgen werden. Der Zweite wurde später tot aufgefunden. Zur genauen Verfassung des Überlebenden und Gründen, wie es zur Kollision kam, machte die Luftwaffe keine Angaben. Dem Mann gehe es den Umständen entsprechend, hieß es. Er liege im Krankenhaus. Linke fordern jetzt das Ende von Luftkampfübungen über Mecklenburg-Vorpommern.

Russland erhält Stimmrecht im Europarat zurück

  • Fünf Jahre nach Annektierung der Krim

Fünf Jahre ist es her, dass die Parlamentarische Versammlung Russland das Stimmrecht im Europarats (PACE) entzog. In der Nacht zum Dienstag verabschiedete ein Gremium nun das Ende der Sanktion. Grund für den Stimmentzug war Russlands gewaltsame Aneignung der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim. Moskau hatte daraufhin mit einem Boykott der Versammlung reagiert und keine Delegation mehr geschickt. 2017 stellte Russland außerdem die Beitragszahlungen an den Europarat ein.

Reiche US-Unternehmer fordern Vermögenssteuer

  • Mehrere demokratische Präsidentschaftsbewerber dafür

Reiche US-Unternehmer wollen höhere Steuern – und zwar für sich selbst. In einem offenen Brief forderten sie die amerikanischen Präsidentschaftsbewerber für die Wahl 2020 auf, eine gemäßigte Vermögenssteuer zu unterstützen. „Eine Vermögenssteuer könne helfen, den Klimawandel anzugehen, die Wirtschaft zu verbessern und Chancengleichheit zu schaffen“, heißt es in dem Brief, der am Montag auf der Plattform „Medium“ veröffentlicht wurde. Unterzeichnet haben unter anderem der Milliardär George Soros und Facebook-Mitbegründer Chris Hughes. Mehrere der demokratischen Präsidentschaftsbewerber haben sich bereits für eine Vermögenssteuer ausgesprochen.

Ärzte warnen vor Kiffen in der Schwangerschaft

  • Die Droge verändert das Gehirn der Ungeborenen

Wie Alkohol schädigt auch Cannabis während der Schwangerschaft das Ungeborene. Deshalb appelliert Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, an Schwangere, auf den Konsum von Cannabis zu verzichten. Hinweisen zufolge verändert die Droge die Funktionsweise des kindlichen Gehirns dauerhaft, meint Albring. Eine Studie aus den Niederlanden weist bei sechs-jährigen Kindern noch Veränderung des Gehirns nach.

Niederländer schwimmt 195 Kilometer

  • Und sammelt damit Geld für die Krebsforschung

195 Kilometer hatte sich ein Niederländer fürs Wochenende vorgenommen. Nur lief er sie nicht, sondern schwamm. 74 Stunden lang dauerte der Kraftakt, nur wenige Stunden schlief er in einem Begleit-Boot. Am Montagabend kam der frühere Profi-Schwimmer Maarten van der Weijden dann ins Ziel. Er war die sogenannte Elf-Städte-Route in der nördlichen Provinz der Niederlanden geschwommen. Der 38-Jährige wollte mit der Aktion Geld für die Krebsforschung sammeln. Bis Montag waren rund vier Millionen Euro gespendet worden.

Diese Ereignisse werden heute wichtig:

Neue Hitzerekorde entlang des Rheins

Top-Werte bis zu 38 Grad können entlang des Rheins erreicht werden. Dort wird es die nächsten Tage noch einmal so richtig heiß. Am Mittwoch kann sogar die 40-Grad-Marke überschritten werden. Damit würde erstmals seit 1947 die Junirekord-Temperatur von 38,2 Grad geknackt. Kühler wird es nur im Norden mit 29 Grad. Dort zieht ab Mittwoch eine Kaltfront über die Eifel und die Lübecker Bucht, sodass die 30-Grad-Marke vermutlich nicht mehr erreicht wird.

Wie sozial ticken junge Leute in Städten?

Wie sind die jungen Leute von heute? Sind sie hilfsbereit? Rücksichtslos? Akzeptieren sie die Abwertung von Randgruppen? Oft wird Jugendlichen nachgesagt, sie wissen sich nicht mehr zu benehmen. In einer Studie haben Forscher der Universität Bielefeld nun untersucht, wie sozial die jungen Leute sind. Dafür haben sie rund 1000 Kinder und Jugendliche in Berlin, Leipzig und Köln nach ihrem Gemeinschaftssinn gefragt und die Eltern interviewt. Die Ergebnisse der Studie werden heute vorgestellt.

Vater verklagt TUI

Ein Mann verklagt den Reiseveranstalter TUI, weil der siebenjährige Sohn seiner Lebensgefährtin im Hotelzimmer auf Gran Canaria gegen eine geschlossene Balkontür lief. Das Kind schnitt sich die Haut auf und durfte fünf Tage lang nicht ins Wasser. Jetzt fordert der Mann von TUI fast 7000 Euro Schadensersatz. Die Glastür war in Augen- und Hüfthöhe eines Erwachsenen mit zwei Warnaufklebern gekennzeichnet. Vor Gericht hatte der Mann bisher keinen Erfolg, doch das Oberlandesgericht Celle hat die Revision zugelassen. Die Richter wollen, dass der Bundesgerichtshof klärt, inwieweit sich deutsche Gerichte in vergleichbaren Fällen mit ausländischen Bauvorschriften befassen und was Urlauber selbst herauszufinden müssen.

Gewinner des Tages ist…

...Michael „Bully“ Herbig, zusammen mit der libanesischen Regisseurin Nadine Labaki. Die beiden gewannen den Friedenspreis des Deutschen Films – Die Brücke. Der Preis ehrt herausragende Filme mit humanistischer und gesellschaftspolitischer Dimension. Heute Abend wird er, einen Tag vor dem Filmfest in München, an die Preisträger verliehen. Den Spezialpreis erhält Talal Derki für seinen Dokumentarfilm „Of Fathers and Sons – Kinder des Kalifats.“