Diese Durchsage hört ihr vor jedem Start im Flugzeug — sie könnte im Zweifel euer Leben retten

·Lesedauer: 3 Min.
Eine Flugbegleiterin macht eine Ansage.
Eine Flugbegleiterin macht eine Ansage.

Ansagen im Flugzeug gehören für Vielflieger, Piloten und Flugbegleiter zum täglichen Geschäft. Das hat während der Corona-Pandemie noch zugenommen, denn zumindest europäische Airlines sind neben den allgemeinen Sicherheitshinweisen dazu verpflichtet, die Passagiere auf die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske hinzuweisen.

Meistens hört ihr die Durchsagen in zwei Sprachen: der jeweiligen Heimatsprache der Airline – bei Lufthansa beispielsweise also deutsch – und auf Englisch. Eine bestimmte Ansage hört ihr in der Regel aber nur auf Englisch und die meisten verstehen sie nicht einmal unbedingt, weil sie sehr kurz ist. Piloten sagen die Ansage kurz vor dem Start durch:

Cabin Crew, prepare for departure!

Manchmal auch: Cabin Crew, prepare for takeoff. Diese Ansage bedeutet aber nicht nur, dass es gleich losgeht. Durch meinen früheren Nebenjob als Flugbegleiter weiß ich: Es ist es ein Zeichen dafür, dass gleich eine der anspruchsvollsten Phasen des Fluges beginnt – der Start – und dass sich die Flugbegleiter mental auf alle Eventualitäten einstellen sollen.

Start und Landung sind die anspruchsvollsten Phasen

Denn falls mal einer der seltenen Unfälle im Flugbetrieb passieren sollte, dann am ehesten bei Start und Landung. Um dann – im Fall der Fälle – auf alles vorbereitet zu sein, geht man als Flugbegleiter wichtige Parameter im Kopf noch einmal durch: Wo genau ist gerade meine Position im Flugzeug – hinten, vorne, in der Mitte? Was bedeutet das für den Fall einer Evakuierung? An welchem Flughafen befinde ich mich? Liegt der Flughafen an Land oder am Wasser? Ist es Tag oder Nacht? Und ganz banal: Wie heißt eigentlich meine Kollegin oder mein Kollege gegenüber – wenn ich sie oder ihn dringend rufen müsste?

Alles das im Kopf durchzugehen ist wichtig, denn im Zweifel zählt bei einer Evakuierung jede Minute. Um eine Einheitlichkeit zu gewährleisten, legen Luftfahrtbehörden in etlichen Vorschriften fest, was die Sicherheits-Handbücher der Airlines zu beinhalten haben.

International ist dafür die International Civil Aviation Organization (ICAO) verantwortlich, europaweit die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA und in Deutschland das Luftfahrtbundesamt LBA. Auch die Flugzeugbauer selbst wie etwa Airbus und Boeing geben für bestimmte Flugzeugtypen spezifische Anweisungen heraus. Das mentale Training lernen die Flugbegleiter in den vorbereitenden Lehrgängen der Airlines.

Vor der Landung geht es um eine mentale Vorbereitung

Vor der Landung gibt es eine ähnliche Durchsage wie vor dem Start, allerdings kommt sie schon deutlich früher.

Cabin Crew, prepare for landing!

Das werdet ihr rund 15 bis 20 Minuten vor der Landung hören. In den meisten Fällen kommt die Ansage nicht von den Piloten, sondern von einer Flugbegleiterin oder einem Flugbegleiter. Oft sind es erfahrene Flugbegleiter oder solche mit einer Zusatzausbildung – Chef de Cabin, Senior Flight Attendant oder auch Purser genannt (je nach Airline).

Diese sagen die Anweisung in Absprache mit dem Cockpit durch, damit die Flugbegleiter wissen, dass sie ab diesem Zeitpunkt nur noch sicherheitsrelevante Tätigkeiten durchführen sollten, etwa das Wegräumen von Geschirr oder zu prüfen, ob alle Passagiere angeschnallt sind.

Alle Flugbegleiter wissen dann: Wenn das abgeschlossen ist, sollte man sich schnellstmöglich hinsetzen, anschnallen und sich – analog zum Startvorgang – mental auf die Landung und auf mögliche Evakuierungs-Szenarien vorbereiten.

Das Internet wimmelt nur so vor vermeintlichen "Geheimcodes", die Flugbegleiter und Piloten sich über die Lautsprecher zurufen. Tatsächlich ist nur das Wenigste davon allgemeingültig; viele Gepflogenheiten variieren von Land zu Land. Universell sind aber die beiden hier geschilderten Kommandos. Achtet beim nächsten Flug mal darauf, ob ihr sie hört.

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