Diese Eigenschaft sollten wir nicht mehr verstecken – denn sie macht sympathisch!

·Freie Journalistin
·Lesedauer: 3 Min.

Es sind nicht nur Humor und Hilfsbereitschaft, die einen Menschen nett erscheinen lassen. Eine überraschende Eigenschaft sorgt für Punkte auf der Sympathie-Skala. Wir sagen nur so viel: Perfektionisten dürften es dabei schwer haben.

Ob wir einen Menschen sympathisch finden oder nicht, hat auch mit einer bestimmten Eigenschaft zu tun. (Bild: Getty Images)
Ob wir einen Menschen sympathisch finden oder nicht, hat auch mit einer bestimmten Eigenschaft zu tun. (Bild: Getty Images)

Was sorgt eigentlich dafür, dass uns die neue Kollegin oder der Sitznachbar beim Elternabend sympathisch erscheint? Häufig sind es erahnbare Gemeinsamkeiten wie eine ähnliche Art von Humor oder das Beobachten von als nett erachteten Verhaltensweisen, durch die wir das Gegenüber als angenehm und im weitesten Sinne gleichgesinnt oder nachahmenswert einschätzen. Doch es gibt eine weitere Eigenschaft, die nachweislich dafür sorgt, dass ein Mensch sympathisch wirkt – und dabei handelt es sich ausgerechnet um eine Wesensart, die wir im Normalfall eher zu verstecken versuchen.

Die Macht der Missgeschicke – oder was Kaffeeflecken mit Sympathie zu tun haben

Schon in den 1960ern wies der Psychologe Elliot Aronson nach, dass kleine Missgeschicke und Unzulänglichkeiten dafür sorgen können, dass man sympathisch wirkt. Der britische Wissenschaftler spielte dabei zwei Gruppen von Versuchspersonen Tonbänder vor, in denen Menschen komplexe Quizfragen beantworteten. Dabei war in einer Gruppe auch das Umwerfen einer Kaffeetasse zu hören.

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Das überraschende Ergebnis: Diejenigen Menschen, die einen Großteil der Fragen richtig beantworteten, wirkten auf die Versuchspersonen sympathischer, wenn sie während der Befragung eine Kaffeetasse umwarfen, sprich: wenn sie sich nicht von einer perfekten, fehlerlosen Seite zeigten. Dabei scheint es allerdings die Kombination von klugen Antworten und kleinen Missgeschicken zu sein, die das Gefühl der Sympathie maßgeblich beeinflusst: Denn wenn nur 30 Prozent der Fragen richtig beantwortet wurden, verringerte das Umwerfen der Kaffeetasse die Sympathie gegenüber der antwortenden Person.

Kleine Makel funktionieren auch in der Werbung

Das Phänomen ist als „Pratfall-Effekt“ bekannt - der englische Begriff beschreibt eine Bauchlandung oder einen Sturz auf den Hintern, ein blamables Ereignis also, das vielen Menschen eher unangenehm ist. Und durchaus zu Sympathiepunkten führen kann – vielleicht, weil man sich an eine ähnliche Situation aus der eigenen Vergangenheit erinnert und sich dem Betroffenen näher fühlt, als wenn dieser alles richtig macht und makellos erscheint. Auch in Marketing und Werbung erzielen kleine Makel übrigens eine positive Wirkung: Einer Studie der Universität Tel-Aviv zufolge bilden kleine Schönheitsfehler von Produkten besonders bei abgelenkten Konsumenten einen Kaufanreiz.

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Zurück zur Sympathie-Skala und dem Geheimnis der kleinen Makel nach Elliot Aronson. Diese sagt nämlich vor allem eines aus: Um sympathisch zu erscheinen, müssen wir nicht perfekt sein. Mehr noch: Wir sollten gar nicht erst versuchen, unsere kleinen Unzulänglichkeiten und "Kaffeeflecken" zu verstecken. Natürlich, ohne uns dabei dümmer zu machen als wir eigentlich sind. Authentizität scheint der Schlüssel zur Sympathie zu sein – ein bisschen Humor und Hilfsbereitschaft schaden allerdings mit Sicherheit auch nicht.

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