Diese Serien prägten die 2010er

Die 2010er Jahre waren das Jahrzehnt, in dem über Serien endgültig mehr diskutiert wurde als über Filme. In Sachen Qualität gab es nie mehr gute Shows, die wir über Wochen hinweg - oder lange Nächte hindurch - verschlungen haben. Einige davon haben den Zeitgeist dabei mehr geprägt als andere. Hier eine kleine Auswahl der besten, einflussreichsten und einprägsamsten Serien der Dekade.

Fantasy: Game of Thrones

Noch lange werden sich andere Serien mit "Game of Thrones" messen müssen (Bild: ddp images)

Auch wenn man die gewaltige Popularität der Serie außer Acht lässt - und den Umstand, dass sie in den Augen vieler ein besseres Ende verdient hätte - ändert sich nichts an der Tatsache, dass “Game of Thrones” neue Maßstäbe gesetzt hat.

Wortgewaltige Dialoge, großartige Darsteller, archetypische und doch vielschichtige Charaktere und eine kolossale, fantastische Welt voller elegant miteinander verwobenen Handlungsstränge und Schicksale - in dieser Dimension ist so etwas im Fernsehen noch nicht dagewesen. Nicht nur in Sachen Quote werden sich andere Serien noch in vielen Jahren mit “Game of Thrones” messen müssen.

Comedy: Atlanta

Wer "Atlanta" nicht liebt, kennt es meistens nur noch nicht (Bild: ddp images)

Wer bei Comedy nicht an “Atlanta” denkt, hat die bahnbrechende Show von und mit Donald Glover einfach nur noch nicht gesehen. In Deutschland ist sie nach wie vor ein Geheim-Tipp, was jedoch nichts daran ändert, dass kaum eine Show die Karten für Comedy-Serien derart neu gemischt hat wie der kluge, verschrobene und aberwitzige Blick auf die Hip-Hop-Szene in Atlanta.

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Was Schauspieler und Musiker Donald Glover anfasst, wird zwar aus kommerzieller Sicht nicht immer zu Gold, fügt jedem Genre und jeder Kunstform jedoch eine vollkommen neue Facette hinzu, die es für immer prägt. So machte er es als Childish Gambino mit dem Hip Hop, und so machte er es mit “Atlanta”.

Horror: American Horror Story

In der neunten Staffel wurde "American Horror Story" zur Slasher-Hommage (Bild: Sky Deutschland)

Serie und Horror - sonderlich gut vertragen hat sich das noch nie. Jedes noch so unheimliche Wesen, jede noch so gruselige Geschichte hat irgendwann unweigerlich an Schrecken verloren. Dass Serien-Guru Ryan Murphy also eine Anthologie geschaffen hat, die in jeder Staffel eine neue Erzählung, neue Monster und neue Figuren vorstellt, war ein Genie-Streich.

So mögen die Staffeln an Beliebtheit variieren und einige zielgenauer ins Schwarze treffen als andere, eines wird es jedoch nie: langweilig. Ob Murphy die klassische Spukhaus-Trope ergründet, eine mit Filmzitaten gespickte Hommage an den Slasher-Film erschafft oder den US-Wahlkampf in ein Clown-infiziertes Horror-Szenario verwandelt - “American Horror Story” bleibt auch nach neun Staffeln ein Fest für Horror-Fans.

Drama: Breaking Bad

Bryan Crynston und Aaron Paul in "Breaking Bad" (Bild: Sony Pictures Television)

Streng genommen startete die Kult-Serie bereits 2008, doch bis weit in die 2010er hinein setzte die Serie um den krebskranken Chemie-Lehrer Walter White, der sich zum Meth-kochenden Drogenbaron von New Mexico entwickelt, Maßstäbe. In Sachen Charakter- und Geschichtenentwicklung gab es im letzten Jahrzehnt kaum eine bessere Serie.

Ein Jahr im Leben des Walter White, grandios verkörpert von Bryan Cranston, darf der Zuschauer verfolgen und dabei ein episches Gangster-Epos erleben, das den amerikanischen Traum auf zermürbende Weise zu Grabe trägt.

Krimi: Twin Peaks

Bahnbrechend, damals wie heute: "Twin Peaks" (Bild: Sky Deutschland)

Bei “Twin Peaks” handelt es sich hier weniger um ein Reboot, sondern um eine weitere Staffel, die einfach mit 25 Jahren Verspätung über die Bildschirme flimmert. Das ändert jedoch nichts daran, dass “Twin Peaks”, das Anfang der 90er die Sehgewohnheiten der Fernsehzuschauer veränderte, auch in den 2010ern noch zum Einflussreichsten gehört, was es im TV zu sehen gibt.

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Wieder in den kompetenten Händen von Kult-Regisseur David Lynch und Drehbuchautor Mark Frost erlaubte die Rückkehr in das verschlafene Städtchen Twin Peaks, in dem nichts so ist, wie es scheint, den Machern noch mehr kreative Freiheit, denn Streaming-Dienste verpassen weniger Fußfesseln als klassische Rundfunksender. Das Ergebnis ist ein weiteres, bahnbrechendes Kapitel in der “Twin Peaks”-Saga.

Deutsche Serie: Babylon Berlin

Kult-Serie aus deutscher Hand: "Babylon Berlin" (Bild: Sky Deutschland)

Deutschland sprang spät auf den Serien-Zug auf - zumindest auf jenen, der Serien als Blockbuster verstand, die den Zeitgeist auf internationalem Niveau prägen. Tom Tykwer tat sich schließlich mit Sky zusammen und schaffte aus dem bisher größten Budget einer deutschen Serie ein bildgewaltiges, bombastisches Portrait der Weimarer Republik. Zusammen mit einer Prise Krimi und dem drohenden Schatten des Nationalsozialismus entstand daraus ein moderner Klassiker, der seinen Einfluss auf deutsche - und internationale - Shows auch im kommenden Jahrzehnt weiterführen darf: Die dritte Staffel von “Babylon Berlin” startet am 24.1. in Doppelfolgen auf Sky Q, Sky Go und Sky Ticket.