Diese Sorgen verbinden Londoner Designer mit dem Brexit

Nina Baum
Freie Autorin für Yahoo Style
“Zweites Referendum JETZT” Die britische Designerin Katharine Hamnett gilt als die Königin des Statement-T-Shirts. Klar, dass sie auch Anti-Brexit-Parolen in petto hat. (Bild: Getty Images)

Die Gefahr eines ungeordneten Brexit wächst. Auch für die Modeindustrie wäre ein “No-Deal”-Brexit verheerend. Deshalb hat der British Fashion Council (BFC) jetzt ein zweites Referendum gefordert, auch viele Designer positionieren sich eindeutig gegen den Ausstieg.

“Gefährlich”, “ein gewaltiger Schritt rückwärts”, “verheerend” – die sechs Designer, die gegenüber der britischen Ausgabe der “Vogue” zum drohenden No-Deal-Brexit Stellung beziehen, finden deutliche Worte. So geht Katharine Hamnett beispielsweise davon aus, dass “viele Modefirmen wie unsere komplett nach Europa umziehen” werden, da die erschwerten Reisebedingungen nicht mit der Schnelllebigkeit der Branche vereinbar wären. Doch auch Lieferverzögerungen aufgrund verkomplizierter Zollbestimmungen wären “tödlich für die Mode”, da die Fashionindustrie ein “Geschäft mit wenig Flexibilität für verspätete Lieferungen” sei.

Die jungen Designerinnen Hannah Weiland und Olivia von Halle sehen vor allem wirtschaftliche Probleme auf die Modeindustrie zukommen. (Bilder: Getty Images)

Gefahr für die Modeindustrie

Auch die Britinnen Hannah Weiland (Shrimps) und Olivia von Halle sehen in einem ungeordneten Brexit eine große Gefahr für die Modeindustrie auf der Insel. Insbesondere der Bezug von Waren aus dem Ausland sei ein Flaschenhals für die Branche, da die Preise für den Import von Stoffen durch fehlende Freihandelsabkommen dramatisch steigen würden. Schon allein aus diesem Grund unterstützen beide ein zweites Referendum. Hannah Weiland weist zusätzlich darauf hin, dass durch die eingeschränkte Freizügigkeit talentierte und engagierte Leute aus dem Land gedrängt würden.

Von Sorge und Trauer

Der in Großbritannien geborene Paul Smith gibt zu, vom Ausgang des ersten Referendums “überrascht” worden zu sein. Zwar verweist auch der 72-Jährige auf die internationale Verzweigung der britischen Modebranche, doch sei sein Unternehmen “flexibel genug, um den Sturm zu überstehen”, wie er mit Blick auf den Brexit sagt. In den Ruf nach einem zweiten Referendum reiht er sich als Einziger der befragten Briten nicht ein.

Paul Smith betont die internationalen Verflechtungen der britischen Modebranche. (Bild: Getty Images)

Die in London ansässigen Designer Rejina Pyo aus Südkorea und Richard Malone aus Irland sind ganz persönlich vom Brexit betroffen. “Ich könnte hier nach dem Brexit nicht mehr studieren, und unsere ausgezeichneten Schulen und Universitäten werden sehr leiden”, sagt der 26-jährige Malone mit Blick auf die restriktiven Einwanderungsbestimmungen, die derzeit drohen. Auch er sieht darin eine Gefahr für die gesamte britische Modebranche.

Rejina Pyo aus Südkorea und der Ire Richard Malone sind ganz persönlich vom bevorstehenden Brexit betroffen. (Bild: Getty Images)

Pyo stimmt der Bruch des Landes mit der EU und die dadurch drohenden wirtschaftlichen Veränderungen nachdenklich: “Es ist äußerst traurig, über die langfristigen Auswirkungen nachzudenken, die der Brexit auf die britische Modebranche haben könnte, die von all ihren jungen Unternehmen und Start-ups so dynamisch geprägt ist.”