Dieselaffäre: Suzuki Vitara und Jeep Grand Cherokee im Verdacht

feedback@motor1.com (Stefan Leichsenring)
Suzuki Vitara Facelift 2019 Test

Außerdem Razzia bei Mitsubishi wegen angeblicher Abschalteinrichtungen

Der Jeep Grand Cherokee und der Suzuki Vitara haben EU-Emissionsvorschriften gebrochen. Das stellten nun die holländischen Behörden fest und verpflichteten die Hersteller zur Behebung. Andernfalls droht ein Verkaufsverbot für ganz Europa. Das berichtet nun Automotive News Europe.

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Bei den beiden SUV-Modelle seien verbotene Maßnahmen eingesetzt worden, die dazu führten, dass sie auf der Straße mehr Stickoxide (NOx) emittierten als unter Testbedingungen. Jeep habe für den Grand Cherokee bereits ein Software-Update entwickelt und werde das Modell europaweit zurückzurufen, so die niederländische Behörde. Suzuki habe dagegen noch keine Lösung für den Vitara (unser Bild) gefunden.

Erst vor wenigen Tagen führten die deutschen Behörden bei Mitsubishi eine Razzia durch, wie der Spiegel meldete. Der Grund war auch hier ein Verdacht auf illegale Abschalteinrichtungen (so genannte Defeat Devices) in Dieselmodellen der Marke. Konkret ging es dabei um 1,6- und 2,2-Liter-Diesel mit Zertifizierung nach den Abgasnormen Euro 5 und 6. Auch die Geschäftsräume von zwei Zulieferern wurden durchsucht, darunter Continental.

Auch Daimler hat den Schummel-Skandal noch nicht hinter sich. Der Autobauer rechnet mit neuen Strafen und Rückruf-Kosten in Höhe von 1,1 bis 1,5 Milliarden Euro aus, wie Tagesschau.de vor wenigen Tagen berichtete. 

Mit den neuen Verdachtsfällen setzt sich die Dieselaffäre erneut fort. Begonnen hatte sie im Herbst 2015. Damals hatte der VW-Konzern zugegeben, in den USA illegale Abschalteinrichtungen bei Dieselmodellen eingesetzt zu haben. Im Rahmen der gerichtlichen Aufarbeitung des Skandals hat VW bereits Strafen in Höhe von rund 30 Milliarden Euro gezahlt. Und das ist noch nicht das Ende: Für den Betrug an kanadischen Autokäufern wurde der Konzern gerade erst zur Zahlung von weiteren 136 Millionen Euro verpflichtet, wie FAZ.net berichtete.