Ein Betroffener hat die ARD-Doku über Pflege in Deutschland angesehen

Agatha Kremplewski
Ein Pflegeheim in Riedlingen an der Donau zeigt, wie Pflege funktionieren kann – eine ARD-Doku hat es vorgestellt. (Symbolbild)

Die Menschen in Deutschland werden immer älter, die Ressourcen, sich um sie zu kümmern, immer knapper: Das ist die traurige Realität der Pflegesituation hierzulande. Der andauernde Fachkräftemangel sowie fehlende Gelder in der Pflege lassen Bedürftige, Angehörige und Personal an ihre Grenzen kommen – und die Politik scheint wegzuschauen. 

Genau diese Probleme behandelt die Dokumentation “Pflege – Hilft denn keiner?” aus der ARD-Reihe “Was Deutschland bewegt”. Gezeigt werden Bewohnerinnen von Pflegeheimen, die ihr gesamtes Erspartes ausgeben müssen, um sich das Wohnheim leisten zu können, überfordertes Pflegepersonal und pflegende Angehörige, die aufgrund ihrer Lebenssituation keinem Beruf nachgehen können und somit von Armut bedroht sind.

Ein würdiges Leben trotz höchster Pflegestufe

So zum Beispiel Roswitha: Die ehemalige Heilpraktikerin pflegt ihren Mann Kurt, der vor einigen Jahren einen Herzinfarkt erlitten hat und seitdem stark pflegebedürftig ist. Roswithas Alltag dreht sich rund um die Uhr um Kurt, dem sie trotz Pflegestufe fünf, der höchsten also, die erreicht werden kann, ein würdiges Leben bieten will.

Roswitha pflegt ihren Mann 24 Stunden pro Tag - nur zwei Stunden pro Woche hat sie Zeit für sich, in der Zeit kümmert sich ein Ehrenamtlicher um Kurt.

 

Ausflüge sind eine Seltenheit, es ist Roswitha nicht möglich, Kurt alleine in seinem Rollstuhl aus dem Haus zu bringen oder mit dem Auto zu transportieren. Meistens sind die beiden also alleine zu Hause. “Das bedeutet für mich natürlich totale Isolation”, sagt Roswitha in der Dokumentation. “Ich hatte vorher zwei Praxen, jetzt habe ich gar nichts mehr.”

Dadurch ist Roswitha von zwei Risiken bedroht: körperlicher Zusammenbruch und Altersarmut. Zwar bekommt Roswitha Pflegegeld, das sind aber gerade einmal 901 Euro im Monat – weniger als die Hälfte des Gehalts eines...

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