Kleine Panne bei "Wer wird Millionär?"-Comeback

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Haben 13 Wochen Pause das "Wer wird Millionär?"-Team etwa zu sehr entspannt? In der Auftaktsendung der 46. Staffel hapert es beim Ton. "Eigentlich ist es eine Neuauflage der 'Versteckten Kamera'", witzelte Günther Jauch.

Endlich wieder Publikum! Nun füllen wieder Menschen das Kölner "Wer wird Millionär?"-Studio, natürlich Corona-vorschriftsmäßig in kleinerer Anzahl und nur mit Abstand außer bei gemeinsamer Anreise platziert. Die geisterhafte Leere der letzten Staffel ist bedachter Organisation gewichen. So halten die Kandidaten Abstand über Plexiglas, Mikrofone werden plastikverpackt kontaktlos in Kästchen weitergereicht.

Sicherheit stand an diesem Abend auch für zwei der drei Kandidaten an erster Stelle, die allesamt aus dem Großraum Frankfurt stammten: "Ich bin echt kein Zocker", gestand Denis Machado Ferreira aus Babenhausen. Der Vertriebsleiter für Fruchtgummi, Experte für amerikanische Trinkspiele ("Die haben hier nicht die Anerkennung, die sie verdienen"), Träger eines herrlichen portugiesischen Namens ("Auf Deutsch heiße ich Müller-Schmied") und wenigstens als werdender Vater Risikobereite ("Wenn ich die Million gewinne, nenne ich meinen Sohn Günther") stoppte seine Frageleiter bei 32.000 Euro, ebenso wie Sonja Schick aus Groß-Gerau. Die Verwaltungsfachangestellte setze bereits qua Beruf auf das Solide: Immerhin sollen ihr ihre 32.000 Euro den Abschied vom Amt erleichtern und den Traum vom Archäologie-Studium verwirklichen helfen.

"Haben die Eltern einen an der Waffel?"

Safety first! Umso lebendiger präsentierte sich jedoch der erholte Moderator: Mit leicht gebräuntem Teint und gewohnter Lakonie kommentierte er die Pannenserie, die sich rund um die gut gelaunte Sonja Schick ereignete: Gerade erzählte sie munter kichernd von ihrer "Fingerfertigkeit", die ihr die Beantwortung der Vorauswahlfrage ermöglichte, da brach die Tontechnik ihr munteres Kichern ab - das Mikro sei verrutscht! Kurze Verwirrung beim Moderator ("Meines oder ihres?"), dann die ironische Rechtfertigung: "Wissen Sie, die erste Sendung nach der Sommerpause ist zum Aufwärmen. Eigentlich ist es eine Neuauflage der 'Versteckten Kamera'. Da geht es um nichts - auch die Gewinne werden nicht ausgezahlt."

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Davon ließ sich die freiwillige Feuerwehrfrau jedoch nicht ins Bockshorn jagen: "Das einzige, was mir Angst einjagt, sind Sport und lebende Freizeitpark-Maskottchen", erklärte sie. Auch in Sachen Elon Musk war sie auf dem neusten Stand. Von dem laut Jauch "idiotischen" Unternehmer sie wusste, dass er seinen kürzlich geborenen Sohn tatsächlich "X AE A-XII" genannt hat. "Haben die Eltern einen an der Waffel?", fragte sich der Moderator: "Das arme Kind."

Ein Planschbecken auf der Garage

Weiter ging es für Sonja Schick mit einer schwer wiegenden Fußballfragen-Entscheidung zwischen Flügelstürmern und immerhin gut klingenden "Pianoliberos". Die letzten Schritte von der öffentlichen Verwaltung zum Platz im Hörsaal für Vor- und Frühgeschichte ("Mich interessiert die Zeit von der Menschwerdung bis zu den ersten Schriften") ermöglichte dann die genaue Farbgebung der isländischen Flagge. Und wenn alle Stricke reißen? Dann sei sie auf jeden Fall verlobt und könne "immer zurück aufs Amt."

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Diese Möglichkeit hat der arbeitssuchende IT-Spezialist Oguz Basoglu aus Heusenstamm derzeit nicht, brachte aber sein "geliebtes Eheweib" mit ins Studio, offenbarte als gebürtiger Türke in diesen Tagen wohltuende Griechenfreundlichkeit ("Mein Großvater ist auf Kreta geboren") und träumt davon, seiner Familie auf dem Dach seiner Garage ein Planschbecken zu installieren. Ob es zur Verwirklichung dieser lebensverändernden Vision kommen wird? Das wird die nächste Sendung zeigen, in der der Sprachenfreund ("Ich weiß ein paar Wendungen auf Tamilisch") bei 8.000 Euro fortsetzen wird.

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