Digitaler Ausweis: Apple kooperiert mit US-Bundesstaaten

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Bald will Apple das Wallet erweitern, um dort auch den Personalausweis digital zu speichern. So sollen sich US-Bürger*innen künftig schnell und sicher ausweisen können.

Apple plant, gemeinsam mit US-Bundesstaaten den Personalausweis und den Führerschein digital im iPhone-Wallet zu hinterlegen. Foto: Apple
Apple plant, gemeinsam mit US-Bundesstaaten den Personalausweis und den Führerschein digital im iPhone-Wallet zu hinterlegen. Foto: Apple

Digitaler Ausweis: Apple kooperiert mit mehreren US-Bundesstaaten, um den Personalausweis auf seine Smartphones zu bringen.

Die Vorreiter: Arizona und Georgia

In einer Pressemitteilung hat Apple dazu diese Woche bekannt gegeben, dass Bürger*innen ausgewählter Bundesstaaten bald ihre Führerscheine und Ausweise mobil und digital auf ihren Smartphones speichern können.

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Die Funktion soll sowohl auf der Apple Watch als auch auf iPhones verfügbar sein. Zunächst wird die Funktion für Bürger*innen aus Arizona und Georgia zugänglich sein. Später folgen Connecticut, Iowa, Kentucky, Maryland, Oklahoma und Utah.

Für Pilotversuche werden außerdem Verkehrs-Knotenpunkte, etwa Sicherheitsschleusen an ausgewählten Flughafen, speziell für die Verifikation der digitalen Ausweise ausgestattet.

Apple will physischen Geldbeutel vollständig ersetzen

In einer Apple-Pressemittelung wird dazu Jennifer Bailey, Vizepräsidentin für Internetanwendungen beim Tech-Giganten, zitiert: „Dass bald Ausweise und Führerscheine im Apple Wallet gespeichert werden können, ist ein weiterer Schritt in Richtung unserer Vision, den physischen Geldbeutel durch einen sicheren und digitalen zu ersetzen.“ Apple sei zudem im Gespräch mit weiteren Bundesstaaten, um die Funktion bald in den gesamten USA ausrollen zu können.

Ausweis kann nur mit Face ID oder Touch ID entsperrt werden

Weiter wird in der Pressemitteilung erklärt, wie sich Bürger*innen mit den Applegeräten künftig ausweisen können: Dazu müssen sie ihren Personalausweis zunächst, ähnlich einer neuen Kreditkarte, im Wallet scannen und hinzufügen. Dann werden sie gebeten, ein Reihe von Selfies zu machen. Die Daten werden dann an eine Schnittstelle des Bundesstaates geschickt und dort von einer zuständigen Behörde verifiziert.

Apple plant, gemeinsam mit US-Bundesstaaten den Personalausweis und den Führerschein digital im iPhone-Wallet zu hinterlegen. Foto: Apple
Apple plant, gemeinsam mit US-Bundesstaaten den Personalausweis und den Führerschein digital im iPhone-Wallet zu hinterlegen. Foto: Apple

Sobald der digitale Ausweis hinterlegt ist, kann er jederzeit bei einer Überprüfung vorgezeigt werden. Um den Ausweis anzuzeigen, müssen Bürger*innen ihn via Face ID oder Touch ID freischalten. Auch eine maschinelle Identifikation soll möglich sein.

Kritik und Privatsphäre-Bedenken

Nach einer ersten Ankündigung der neuen Funktion im Juni wurde schnell Kritik daran laut, begründet mit Bedenken zur Privatsphäre. Diese könne beeinträchtigt werden, wenn das Smartphone etwa bei einer Personenkontrolle ausgehändigt werden müsse. Das räumt Apple jetzt aus: Demnach müsse das eigene Smartphone für das Anzeigen des digitalen Ausweises weder entsichert noch aus der Hand gegeben werden.

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Das ist aber nicht alles, berichtet die BBC. So zeigen sich einige Vereinigungen für digitale Freiheitsrechte besorgt über die grundlegende Entwicklung hin zum digitalen Ausweis. Etwa die Electronic Frontier Foundation: Die schreibt, dass digitale Ausweise einen großen Schritt in Richtung landesweiter und ständiger Identifikation bedeuten könne, „wenn jedes Mal, wenn ein*e Bürger*in durch eine Tür tritt oder einen Kaffee kauft, das automatisiert gespeichert und die Daten gesammelt werden“. Außerdem würden Systeme, die digitale Identifikation über konventionelle stellten, Menschen aus ohnehin marginalisierten Gruppen benachteiligen.

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