Muslime fühlen sich beim Konzert von DJ beleidigt: Club geschlossen wegen angeblicher Morddrohungen

Auf dem Plattenteller eines DJ hat ein Gebetsruf für strenggläubige Muslime nichts zu suchen (Symbolbild: dpa)

Für einen Eklat mit gläubigen Muslimen sorgte der Berliner DJ Dax J. Weil er bei einem Konzert in Tunesien in einem Stück einen muslimischen Gebetsruf integriert hatte, fühlten sich viele Religiöse beleidigt – mit schwerwiegenden Folgen.

Die Reaktionen auf die Mischung aus religiösem Zeremoniell und Elektronikmusik stieß sofort auf Empörung: „Wer bist du, herzukommen und uns so in unserem Land zu beleidigen?”, schrieb ein Nutzer auf Facebook. Aber die Folgen waren viel weitreichender.

Nach dem Konzert tauchten Videos des Auftritts im Internet auf. Darauf war eine tanzende Menge zu sehen, die zu den Gebetsrufen feierte. Das Video verbreitete sich schnell, die Reaktionen darauf waren meist kritisch.

Der Nachtclub El Guitone, in dem das Konzert stattfand, wurde geschlossen und bleibt das laut des Gouverneurs von Nabeul, Mnaouar Ouertani, auch bis auf Weiteres. „Die Regierung wird keine Angriffe gegen religiöse Gefühle und das, was heilig ist, dulden“, hieß es seitens Ouertani. Ebenso warf der Gouverneur dem Betreiber des Clubs „Verletzung von Moral“ vor.

Der Club entschuldigte sich später auf seiner Facebook-Seite. Man solle diesen einzelnen Vorfall nicht alles überschatten lassen, keinesfalls möchte man den Islam – eine Religion des Friedens – beleidigen. Verantwortung für den Vorfall wies der Club dennoch von sich.

Auch Dax J entschuldigte sich auf seiner offiziellen Facebook-Seite. Allerdings nahm er die Seite kurz darauf gänzlich vom Netz. Der Grund dafür: Todesdrohungen.

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