DLT-Anwendungen: Coronavirus: Taiwan verteilt chirurgische Masken über Blockchain

Moritz Draht

Die Regierung Taiwans verwendet die Blockchain-Technologie, um die Ausgabe chirurgischer Masken an die Bevölkerung zu kontrollieren. Entwickelt wird das Verteilungssystem vom SaaS-Unternehmen FiO in Zusammenarbeit mit der taiwanesischen Google Developers Group (GDG).

In Sorge über einen Ausbruch des Coronavirus 2019-nCoV hat die Regierung Taiwans den lokalen Behörden die rationierte Ausgabe chirurgischer Masken an die Bevölkerung angeordnet. Um diesen logistischen Aufwand zu stemmen, greifen die Behörden nun auf die Mithilfe des Blockchain-Unternehmens FiO zurück.

Masken auf der Blockchain

Für eine Bevölkerung von rund 23 Millionen Einwohnern sind derzeit nur 4 Millionen chirurgische Masken eingelagert. Daher hat das Central Epidemic Command Center (CECC) Taiwans eine strenge Rationierung veranlasst und gibt zunächst 2,6 Millionen Masken an die Bevölkerung heraus, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht.

Vorgesehen sei demnach die wöchentliche Ausgabe von maximal zwei Masken pro Einwohner. Um die Masken zu erhalten, müssen sich die Bewohner für ein Tracking-System anmelden. In Zusammenarbeit mit der taiwanesischen Google Developers Group (GDG) arbeitet FiO an der logistischen Infrastruktur, die die Verteilung und Vorräte der Masken in den Apotheken verfolgt. Dafür entwickelt FiO eine KI-gesteuerte Blockchain, die „die Kosten senken und den Bedarf an menschlicher Arbeit reduzieren“ soll.

Das in Partnerschaft mit IBM gegründete Unternehmen FiO entwickelt vorwiegend SaaS-Programme (Software as a Service) auf Grundlage von Hyperledger Fabric und hat bereits die Einführung ähnlicher Tracking-Lösungen in Hongkong und Singapur angekündigt.

DLT-Potenziale in Krisensituationen

Taiwans Blockchain-Einsatz illustriert die breit gefächerten Möglichkeiten und Potenziale der Blockchain-Technologie über Kryptowährungen hinaus. Wenn Versorgungssysteme in Krisensituation zusammenbrechen, bildet die Blockchain ein zuverlässiges Rückgrat für die logistischen Herausforderungen bei der Ausgabe von Versorgungsgütern.

Nichtsdestotrotz hat die Ausgabe chirurgischer Masken aber vor allem symbolischen Wert. Der Staat demonstriert die Kontrolle von Krisensituationen und beugt somit Panikstimmungen in der Bevölkerung vor. Das Robert Koch Institut (RKI) erkennt jedoch im Tragen entsprechender Masken nur eine bedingte Wirksamkeit:

Hingegen gibt es keine hinreichende Evidenz dafür, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person, die ihn trägt, signifikant verringert.

Das RKI empfiehlt daher eine umfassende Hygiene, die neben der Handreinigung und Sicherheitsabständen zu anderen Personen auch eine „korrekte Hustenetikette“ einschließt. Zudem ist die Bedrohung durch das Coronavirus hierzulande im Vergleich zur alljährlichen Grippewelle als gering einzustufen. Seit Ende November 2019 hat das Grippevirus allein in Deutschland bereits 57 Todesopfer gefordert.

 

Source: BTC-ECHO

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