Donald Trumps erste Auslandsreise ist schon vor Antritt eine Katastrophe

Erster Trip als US-Präsident: Donald Trump startet am Freitag eine neuntägige Reise. (Bild: AP Photo)

Dieses Programm hat es in sich: Am Freitag startet US-Präsident Donald Trump seine erste Auslandsreise. In neun Tagen bereist der 70-Jährige zuerst die Zentren der drei großen Weltreligionen – nämlich Saudi-Arabien, Israel und den Vatikan – um im Anschluss am Nato-Gipfel in Brüssel und beim G7-Treffen auf Sizilien teilzunehmen.

Doch die Reise steht unter keinem guten Stern. Schon im Vorfeld sickerten einige Pannen und Merkwürdigkeiten an die Öffentlichkeit. Denn so chaotisch Trumps Regierungsstil teilweise wirkt, so chaotisch geht es auch bei den Planungen für seine erste Auslandsreise zu.

So war etwa für seinen Aufenthalt in Israel ursprünglich ein Besuch in Masada geplant. Trump sollte in der Nähe der historischen Festung, die auf einer Bergspitze liegt, mit einem Helikopter landen. Doch da es sich bei der Stätte um ein UNESCO-Weltkulturerbe handelt, sind Landungen dort verboten. Die ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton und George W. Bush sind bei ihren Besuchen mit einer Kabelbahn auf den Berg gefahren. Trump lehnt das aber offensichtlich ab – die geplante Rede in Masada wurde daraufhin kurzerhand abgesagt. Das berichtet die „Jerusalem Post“.

First Lady Melania Trump wird ihren Mann auf der Reise begleiten. (Bild: AP Photo)

Außerdem scheint der geplante Besuch in Yad Vashem, der Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem, mit lediglich 15 Minuten Besuchszeit etwas knapp bemessen. Normalerweise verbringen Politiker hier mindestens eine halbe Stunde.

Für großen Wirbel sorgt auch, dass Donald Trumps geplante Rede in Saudi-Arabien ausgerechnet von jenem Mann verfasst wurde, der als Mastermind seines Muslim-Bans gilt. Stephen Miller, so der Name des Politikberaters, ist für seine islamkritischen Töne bekannt. Mit der von Miller geschriebenen Rede könnte Trump bei den Saudis auf Ablehnung stoßen.

Auf Twitter schreibt ein User ironisch: „Stephen Miller hat Trumps Islam-Rede geschrieben. Was sollte da schon schiefgehen?“


Zudem sickerte in den letzten Tagen durch, dass Trump keine Lust habe, eine große Auslandsreise zu absolvieren. Wie die „New York Times“ berichtet, empfinde Trump den Trip als zu lang. Außerdem bevorzuge er seine gewohnte Umgebung. Im Umfeld von Trump, so die Zeitung, fürchte man auch diplomatische Fettnäpfchen. Da Trump für seine Unberechenbarkeit bekannt ist, wähnen seine Berater schon, dass der Präsident ausländischen Staatsoberhäuptern Dinge versprechen würde, die er nicht halten könne.

Zu allem Überfluss kommen für eine spätere Reise auch noch logistische Probleme hinzu: Für die im Juli geplante Reise zum G20-Gipfel in Hamburg muss Trump auf ein Hotel in Berlin ausweichen. Da ihm das „Vier Jahreszeiten“ in Hamburg abgesagt hat, wird der US-Präsident nun vermutlich im 250 Kilometer entfernten „InterContinental“ in der Hauptstadt residieren.

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