Donnerstag, 11. Juli 2019: Das müssen Sie heute wissen

Touristen sterben bei Unwetter in Griechenland, Hunderte protestieren gegen Abschiebung in Leipzig und Grüne gegen von der Leyen als EU-Kommissionspräsidentin: der Überblick über die Nachrichten der Nacht und ein Ausblick auf den Tag.

Ursula von der Leyen muss um Wahl bangen: Die Grünen im Europaparlament haben sich gegen sie als neue EU-Kommissionspräsidentin ausgesprochen. (Foto: Dursun Aydemir/Anadolu Agency/Getty Images)

Sechs Tote bei Unwetter in Griechenland

  • Touristen auf der Ferieninsel Chalkidiki betroffen

Umgestürzte Bäume, eingestürzte Dächer und starker Regenfall: Bei einem heftigen Unwetter kamen in der Nacht zum Donnerstag in Nordgriechenland mindestens sechs Menschen ums Leben. Unter den Opfern seien Touristen aus Tschechien, Rumänien und Russland. Dutzende weitere Menschen wurden verletzt. Das heftige Unwetter folgte einer Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius. Betroffen war vor allem die Halbinsel Chalkidiki, auf der zurzeit Zehntausende Touristen ihren Urlaub verbringen.

Rüstungsexporte: Drastischer Anstieg im ersten Halbjahr

  • Deutschland unterstützt Aufrüstung ungarischer Streitkräfte und am Jemen-Krieg beteiligte Länder

Die deutschen Rüstungsexporte haben zugenommen: Die Bundesregierung hat im ersten Halbjahr 2019 Rüstungsexporte im Wert von 5,3 Milliarden Euro genehmigt – das ist mehr als im gesamten Vorjahr. Ein Großteil der Exporte entfällt auf Ungarn (1,76 Milliarden Euro), gefolgt von Ägypten (801,8 Millionen Euro) und Südkorea (277,7 Millionen Euro). Eines der zehn wichtigsten Empfängerländer sind zudem die Vereinigten Arabischen Emirate (206,1 Millionen Euro). Zusammen mit Ägypten sind diese am Jemen-Krieg beteiligt. Dabei hatten sich die Union und SPD in ihrem Koalitionsvertrag vorgenommen, Exporte an die „unmittelbar“ am Jemen-Krieg beteiligten Staaten stark einzuschränken.

Grüne wollen gegen von der Leyen stimmen

  • Sozialdemokraten und Liberale noch unschlüssig

Die Grünen haben sich gegen die Wahl von Ursula von der Leyen zur neuen EU-Kommissionspräsidentin ausgesprochen. Die Entscheidung fiel, nachdem sich von der Leyen am Mittwoch der Grünen-Fraktion im Europaparlament persönlich vorgestellt hatte. Beim Thema Klimaschutz sei von der Leyen „ohne Ambition“ und bei der Rechtsstaatlichkeit in Polen, Ungarn, Malta „unklar“ gewesen, heißt es von Seiten der Grünen. „Vage Antworten statt europäischer Handlungswillen. Europa braucht eine stärkere, klarere Kommissionspräsidentin“, kommentierte der Grünen-Abgeordnete Sven Giegold. Nun muss von der Leyen um ihre Wahl zur neuen Präsidentin der EU-Kommission zittern. Denn auch die Sozialdemokraten und Liberalen im Europaparlament sind noch nicht überzeugt. Sie machen eine Unterstützung von der Erfüllung von Forderungen abhängig und wollen sich kommende Woche entscheiden.

Proteste gegen Abschiebung

  • Hunderte Menschen demonstrieren in Leipzig

Mehrere hundert Menschen haben sich in Leipzig zu einer Solidaritätskundgebung gegen eine Abschiebung versammelt. Zeitweise hatten sich etwa 500 Menschen der Polizei entgegengestellt und gegen die Abschiebung des ausreisepflichtigen Asylbewerbers protestiert. Kurzzeitig sollen Bierflaschen und Steine geflogen sein. Die Polizei setzte Pfefferspray ein. Nach Angaben des Innenministeriums wurden in der Nacht elf Polizisten verletzt. Drei Menschen seien vorläufig festgenommen worden. Der Flüchtling, für den die Menschen auf die Straße gegangen waren, sei trotz der Blockade weggebracht worden.

Italien baut Kooperation mit libyscher Küstenwache aus

  • Mehr Material und mehr Training, um Bootsflüchtlinge abzufangen

Die italienische Regierung möchte die libysche Küstenwache mit mehr Material und Training unterstützen. Eine intensivere Zusammenarbeit soll laut Regierung bewirken, dass mehr Bootsflüchtlinge auf dem Weg nach Europa abgefangen und nach Libyen zurückgebracht werden. Die Abmachung ist Teil eines EU-Deals, der hoch umstritten ist, da den Migranten in dem Bürgerkriegsland schwerste Misshandlungen drohen.

Tod von Forscherin auf Kreta

  • Polizei ermittelt wegen Mord

Wurde sie Opfer eines Gewaltverbrechens? Nach dem Tod einer Wissenschaftlerin aus Dresden verdichten sich die Hinweise auf ein Verbrechen. Laut griechischen Medienberichten, die sich auf die Untersuchung zweier Gerichtsmediziner berufen, könnte die 59-Jährige erstickt worden sein. Die Polizei hat Ermittlungen wegen Mordes aufgenommen. Die Leiche der gebürtigen US-Amerikanerin Suzanne Eaton war am Montagabend in einer Grotte gefunden worden. In der Nähe hatte sie an einem Expertentreffen teilgenommen. Am 4. Juli war sie zu einem Ausflug aufgebrochen, von dem sie nicht wieder zurückkehrte. Die am Max-Planck-Institut tätige Wissenschaftlerin forschte mit ihrem Team an Fruchtfliegen und wie Zellen miteinander kommunizieren, um Gewebe einer bestimmten Größe und Form zu bilden.

Task Force zur Brandbekämpfung

  • Seehofer will schnellere Reaktion bei Bränden

Deutschland soll eine Task Force zur Brandbekämpfung bekommen. Das kündigte Bundesinnenminister Horst Seehofer als Reaktion auf den verheerenden Waldbrand in Mecklenburg-Vorpommern an. Dabei gehe es um die Bereitstellung von Personal und Einsatzgeräte, wie gepanzerte Löschfahrzeuge und Hubschrauber. Diese sollen im Bedarfsfall rasch zum Einsatz kommen. Bereits in der kommenden Woche sollen Vertreter von Bund und Ländern über die konkrete Ausgestaltung der Task Force beraten. In Lübtheen standen mehr als 1.200 Hektar Wald etwa eine Woche lang in Flammen.

Federer gegen Nadal im Wimbledon-Halbfinale

  • Viele Fans erhofften diese Traum-Duell

French-Open-Gewinner Rafael Nadal und Roger Federer sind im Halbfinale von Wimbledon. Damit ist das erhoffte Duell der beiden Tennis-Dauerrivalen perfekt. Der Spanier Nadal gewann das Viertelfinale gegen den US-Amerikaner Sam Querrey. Roger Federer besiegte den Japaner Kei Nishikori. Zuletzt hatte Nadal bei den French Open in Paris gegen Federer gewonnen. Im zweiten Halbfinal-Match wird Titelverteidiger Novak Djokovic gegen den Spanier Roberto Bautista Agut antreten.

Dieses Ereignis wird heute wichtig:

Vatikan lässt Gräber öffnen

Mysteriöser Kriminalfall: Was mit der Tochter eines Vatikan-Hofdieners vor 36 Jahren passierte, ist immer noch nicht geklärt. Emanuela Orlandi kam im Jahr 1983 nicht von der Musikschule zurück. Am heutigen Donnerstag werden zwei Gräber auf einem deutschen Friedhof im Vatikan geöffnet. Möglicherweise liegen dort die Gebeine des vermissten italienischen Mädchens.

Gewinner des Tages...

… ist der VW-Beetle. Das Kultauto wurde noch einmal gebürtig in Mexiko gefeiert. Denn dort ist der letzte Volkswagen Beetle vom Band gelaufen. Volkswagen hat nun die Produktion des Nachfolgers des legendären VW-Käfers eingestellt.