Donnerstag, 14.06.2018: Was Sie heute wissen müssen

Angela Merkel verhandelt mit Horst Seehofer über die Asylpolitk und die UNO verurteilt Israel. In Köln sorgen sich die Ermittler über verschwundene Rizinus-Samen und Dopingexperte Hajo Seppelt reist nicht zur WM nach Russland. Das sind die wichtigsten Nachrichten des Tages.

Kann sich Angela Merkel mit Horst Seehofer einigen? (Bild-Copyright: AP Photo/Michael Sohn)

Asylpolitik: Merkel schlägt Kompromiss vor

Kann Angela Merkel den Asylstreit mit Horst Seehofer beilegen? Die Bundeskanzlerin soll ihrem Innenminister wohl entgegengekommen sein. Bei einem gemeinsamen Treffen schlug sie angeblich vor, unter der europäischen Decke bilaterale Vereinbarungen mit den am stärksten vom Migrationsdruck betroffenen Ländern zu schließen, berichtet die “dpa”. Ziel sei es, an der deutschen Grenze eine juristisch abgesicherte Rückweisung von Migranten zu ermöglichen, die das Asylverfahren in anderen EU-Ländern bereits durchlaufen haben. Eine Entscheidung steht noch aus. Geht es nach Seehofer werden an der deutschen Grenze alle Flüchtlinge abgewiesen, die in anderen EU-Staaten bereits registriert sind. Merkel zieht eine europäische Lösung vor.

Gazastreifen: UNO verurteilt Israel

Zuletzt war die Situation am Gazastreifen immer wieder eskaliert. (Bild-Copyright: AP)

Die UNO hat Israel für die Entwicklung im Gazastreifen kritisiert. Die UN-Vollversammlung forderte Israel per Resolution auf, die Gewalt gegen palästinensische Demonstranten einzustellen. Für die nicht bindende Resolution stimmten 120 Länder, 8 waren dagegen und 45 enthielten sich. Eine von den USA vorgeschlagene Ergänzung bekam nicht die nötige Zweidrittelmehrheit. Die USA wollten die Hamas kritisieren, die Palästinenserorganisation wird in der Resolution jetzt aber nicht erwähnt.

Gefährlicher Giftstoff verschwunden

Mit Ganzkörper-Schutzanzügen untersuchten Spezialkräfte eine Wohnung in Köln. (Bild-Copyright: dpa)

In Köln-Chorweiler hat die Polizei einen Mann verhaftet, der einen Terroranschlag geplant haben soll. In der Hochhauswohnung des Tunesiers fanden die Ermittler hochgiftiges Rizin und eine Bombenanleitung der Terrororganisation IS, berichtet die “Bild”. Die deutschen Beamten bekamen angeblich von der CIA einen Tipp, nachdem der 29-Jährige im Internet Rizinus-Samen bestellt hatte. Laut der Zeitung ist ein Teil der Samen jedoch verschwunden. “Es handelt sich dabei um das größte Gefahrenpotential, das jemals in Europa gefunden wurde”, so ein Ermittler.

Dopingexperte reist nicht zur WM in Russland

Hajo Seppelt wühlt im russischen Dopingsumpf. (Bild-Copyright: INTERTOPICS/pa)

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland wird heute eröffnet – ohne Hajo Seppelt. Zu dieser Entscheidung kam die ARD nach einem Gespräch mit Außenminister Heiko Maas, berichtet die “Tagesschau”. Für Seppelt sei es in dem WM-Gastgeberland zu gefährlich, so die Einschätzung der deutschen Bundessicherheitsbehörden. Der investigative ARD-Journalist hatte den Dopingbetrug im russischen Sport aufgedeckt. In der Folge war das Russische Olympische Komitee von den Winterspielen in Pyeongchang ausgeschlossen worden. Mitte Mai hatte Russland ein beantragtes Visum für Seppelt abgelehnt und ihn als “unerwünschte Person” eingestuft, die Entscheidung unter wachsendem Druck aus der Politik aber später revidiert.