Doppelte Staatsbürgerschaft - Türkische Gemeinde rechnet mit 50.000 Anträgen pro Jahr

Ein türkischer Pass und ein deutscher Reisepass. Forderungen nach Korrekturen am Doppelpass kamen nach dem Referendum in der Türkei wieder hoch.<span class="copyright">dpa/Daniel Bockwoldt</span>
Ein türkischer Pass und ein deutscher Reisepass. Forderungen nach Korrekturen am Doppelpass kamen nach dem Referendum in der Türkei wieder hoch.dpa/Daniel Bockwoldt

Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Gökay Sofuoglu, rechnet nach dem Inkrafttreten des neuen Staatsbürgerschaftsrechts am Donnerstag mit einem starken Anstieg der Anträge.

„Die Leute haben inzwischen verinnerlicht, dass es eine doppelte Staatsbürgerschaft geben wird“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Und viele stellen jetzt so schnell wie möglich einen Antrag. Ich rechne mit 50.000 Anträgen pro Jahr. Das scheint mir realistisch.“ Die Bearbeitung werde jedoch dauern. Denn in vielen Städten sei es schwierig, überhaupt einen Termin bei den Ausländerämtern zu bekommen.

Sofuoglu fügte hinzu, viele Antragsteller hätten im Hinterkopf, nach erfolgter Einbürgerung bereits im nächsten Jahr an der Bundestagswahl teilnehmen zu können. „Ich appelliere daher an die Parteien, sich klarzumachen, dass die Antragsteller potenzielle Wählerinnen und Wähler sind“, sagte er. „Wenn man die gewinnen will, dann muss man eine entsprechende Politik machen. Dazu gehört, in den Parteien mehr Partizipationsmöglichkeiten zu schaffen - und Rassismus ernsthaft zu bekämpfen.“